Zehntscheuer
10.Mai.2019

Martin Herrmann: Keine Frau sucht Bauer


Der Anfang machte schon Bauchschmerzen (vor Lachen).


Bereits Martin Herrmanns Sicht auf das Bildungsproblem amüsierte. Da muss man doch als junger Mensch die zentrale Dienstanweisung der Bundeswehr lesen können; und wenn die Lesefähigkeit der Schüler zu schwach ist, liegts vielleicht an den Lehrern; die streiken vielleicht heimlich? Ein "Liedtest" über den IQ der Zuschauer brachte dann den ausverkauften Saal zu heftigen Lachausbrüchen; man konnte ja auch prima über sich selbst lachen.

"Keine Frau sucht Bauer", so der Titel des Programms von Martin Herrmann. Die vier Worte befassen sich schon mit Randbereichen des Lebens. Und der Name "Herrmann"; ausgesprochen männlich. Er habe schon als Baby im Stehen in die Windeln gemacht. Der Vorname Martin sein auch total männlich, denn der heilige Martin wurde durch die Mantelteilung berühmt. Den Bettler kennt heut keiner mehr. Die Mode erhielt durch den Künstler auch wieder neue Impulse; das "String Kopftuch" (Faden um den Kopf wickeln) hat der Haute Couture gefehlt.

Herrmanns Tipp für den suchenden Bauern: Finanzielle Kompetenz zeigt sich auch, wenn man vor 2 Jahren für 2000 € Commerzbankaktien nicht gekauft hat, denn dann wären heute nur noch 200€ übrig. Hätte man stattdessen Bier dafür gekauft, hätte man für 300€ Pfandgeld und viel mehr Spaß gehabt.

Schön war auch die Reminiszenz an Georg Kreisler ("Gehmer Trauben vergiften im Rewe"); zum Mitsingen und Mitlachen. Herrmanns Geschäftsidee: Die CD mit Partnergeräuschen (Schnarchen, Waschen, Putzen, Bohren) bekämpft die Einsamkeit; vielleicht der Hit der Zukunft?

Das Konzert mit der tibetanischen Taschenharfe (kalt geschmiedeter Eierschneider) war nicht nur musikalisch sondern auch textlich brillant und wird den Zehntscheuergästen in Erinnerung bleiben. Damit hat der Bauer große Heiratschancen. Wichtige Studien der Wissenschaft wurden auch genüsslich erläutert. Warum z.B. Fruchtfliegen Alkohol trinken, wenn sie zu wenig Sex haben, oder auch der Zusammenhang von Schlagermusik und Todesstrafe lernten wir.

Ok, es war halt stellenweise ein recht derber Abend; bäuerlich halt. Den Zuschauern hats sehr gefallen. Klar, das auch das Catering unseres Vereins mit hausgemachten Schmalzbroten zum großen Erfolg des Abends beitrug.


Interview mit dem Künstler:



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