Zehntscheuer

„Bullshit“ entlarvt durch Frederic Hormuth


Es war klar, dass der gestandene Kabarettist Frederic Hormuth auf die aktuelle Virussituation eingehen musste. Allerdings nur mit der Feststellung, dass ihm jetzt erst bewusst geworden ist, wie unbeliebt Vollkornnudeln sind. Das Wesentliche des höchst amüsanten Programms war aber die Verdeutlichung des uns servierten, täglichen „Bullshits“.

Inhaltsleere Motivationstrainersprüche, oder z.B. ablenkendes Gerede vom Fachkräftemangel (würde man die Pflegeberufe ordentlich bezahlen, müsste man keine Mitarbeiter aus den Philippinen holen), wurde als Vernebelungsgerede entlarvt. Zum Beispiel sind Aufrüstungsforderungen von der Nato gemacht; nicht von Trump. Wobei man dann wissen sollte, dass die Nato 4 x soviel Geld für Rüstung ausgibt wie Russland.

Von solchen und weiteren, leicht nachprüfbare Wahrheiten soll uns der „Bewurf mit Bullshit“ ablenken. Aber auch das melancholische, intensive Lied vom Rüdiger, der den Anschluss an die Gesellschaft verlor, machte das höchst aufmerksame Publikum offensichtlich nachdenklich. Hormuths Feststellung, dass man einfach manche Wahrheiten nicht mehr hören mag, weil doch das Oberflächliche so bequem ist („lieber Kuscheln und Aussterben….“) kam bei den Zuhörern gut an.

Da nun auch ein ordentliches Klavier die Zehntscheuerbühne ergänzt konnte Frederic Hormuth seine Fähigkeiten exzellent darbringen. Als dann zum Finale auch noch bekannte Schlager mit „Honigbrot“ gecovert worden, war der Abend perfekt abgerundet. Es war hervorragendes, politisches Kabarett mit hohem Bildungsfaktor und besten Pointen, die zum Lachen animierten, doch auch irgendwie nachdenklich stimmten. Mal wieder ein toller Abend in der ausverkauften Zehnscheuer; was natürlich auch am perfekten Service (Schmalzbrote!) des Heimathausteams lag.

rg

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