Zehntscheuer

Warum es keine Mainzelmädchen gibt!

Diese Frage und auch der Hinweis auf das Leiden der Desdemona brachte das Publikum in der ausverkauften Zehnscheuer ins (heitere) Grübeln.

Die gelernte Schauspielerin Inka Meyer bohrte heiter und sehr flott in den Fragen der Weiblichkeit und des Machogehabe herum. Der Gedanke Pumps mit roter Sohle als Pavianhintern der Weiblichkeit zu bezeichnen, oder Barbiepuppen als Blondinenwitz aus Plastik zu titulieren, zeigt schon mit welchem messerscharfen Gespür die freundliche, junge Dame auf der Bühne des Heimathauses aufs lauschende Publikum einwirkte. Besonders Gefallen haben auch die höchst amüsant vorgetragen Szenen aus den klassischen Shakespeare – Stücken; was den chauvinistischen Geist dieser Zeit verdeutlichte.

Als Leiterin verschiedener Theaterworkshops hat Sie auch einen schönen Maildialog zweier Elterngruppen mitgebracht, die sich ernsthaft über die Versperkiste für ihre Sprösslinge beim Theaterspielen stritten (Aldi oder Bio). Und am Schluss gingen alle irgendwie feministisch überzeugt und gut unterhalten nach Hause. Übrigens, der Einsatz von Mainzelmädchen wurde vor ca. 50 Jahren vom ZDF Intendanten abgelehnt; „mit Mädchen würde es zu kompliziert“. rg



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