Zehntscheuer

Königlicher Besuch im Heimathaus Zehntscheuer

Der König von Baden war zu Besuch in unserer Gemeinde. Er kam um uns das „Psycho Badische“ zu erklären. Im Klartext: Der Kleinkünstler Jörg Kräuter alias „König von Baden“ trat in der Zehntscheuer vor einem begeisterten Publikum auf. Wir lernten die Feinheiten unserer badischen Art und den Unterschied zu den Ausländern (Schwaben z.B.) kennen. Der Bogen wurde an den vier Jahreszeiten (Vivaldi lässt grüßen) entlang gedrechselt und mit brillant formulierten Beobachtungen lebendig und wiedererkennbar präsentiert.

Das keine Briefkasteneinweihung ohne den Segen einer Weinkönigin, oder zumindest einer Zwetschgenkönigin stattfindet, wurde uns wieder bewusst. Aber auch das Zwischenmenschliche (Patchworkfamilie) kann Kräuter wunderbar in Verbindung mit der badischen Gemütsart erklären. So ist der Badener von Haus aus kein Laubbläser, sondern ein Laubsaugertyp. Jedes Blatt wird sauber gelocht und abgeheftet. Das Saugen liegt uns halt, erst Muttermilch, dann Kakao, Cola und dann Glühwein. Oder halt auch mal ausländische Weine; Südafrika, Spanien oder aus dem Remstal. Da kommt ja der Trollinger her; und der wird ja im Württembergischen gern als Beruhigungsmittel eingenommen.

Und dann kommt es in der gemütlichen, winterlichen Stube zu verstärktem ehelichen Tätigkeiten, die sich dann selbst von einem explodieren Kachelofen nicht irritieren lassen. Das alles wurde so malerisch geschildert, das viele im Publikum mit den Lachtränen kämpften.

Kräuter wies auch darauf hin, das im Sommer die Schwaben unsere Baggerseen verstopfen. Aber das ist hinzunehmen, da ja viele von denen bei der Bärlauchsuche in unseren Auwäldern verenden, weil sie wieder statt Bärlauch die Maiglöckle gepflückt haben. Getreu dem Spruch: „Maiglöckle im Herbscht; do sterbscht!“.

Auch wissen wir nun, warum hier so gern gesungen wird; es liegt an der für Süddeutschland typischen Jodunterversorgung und am Nitrat. Der Kehlkopf wird dadurch locker und entspannt; so entspannt, das von 10 Badenern acht falsch singen. Es war total lehrreich und saumäßig „luschtig“, was uns der badische König so mit Gitarre und feinzisillierter Heimatsprache erklärte. Und die gemütliche Atmosphäre in der Zehntscheuer mit den Leckereien machten den Abend zu einem Genuss der besonderen, badischen Art.



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