Zehntscheuer

Von Nasendildos und der Erschaffung der Welt

Das war wieder ein extrem lustiger Abend in der Zehntscheuer. Vor ausverkauftem Haus erklärte uns der Kabarettist Roland Maier die Welt. So logisch, so abstrus, dass die Lachtränen ausbrachen.

Der Mann ist Wirtschaftsingenieur mit 30 Jahre Kleinkunst- und Kabaretterfahrung. Da kommen dann so Fragen auf wie: „Wenn man viel Fleisch ist stößt man viel Co2 aus; wenn man aber nur Fencheltee trinkt, darf man auf der Autobahn schneller fahren? Und nach dem Genuss von Hülsenfrüchten gibt’s aber dann zwei Tage Fahrverbot?“

Der Nasendildo ist eine wundersame Haarschneidemaschine; nützlich, da im Alter ja die Haare nach innen wachsen und an der Nase leider rauskommen. Ach ja, so Roland Maier, der Mensch ist halt immer noch ein Affe; den aufrechten Gang hat er nur, weil er sich dann größer vorkommt.

Aber auch hochwissenschaftliche Themen wurden vom Künstler so eingesetzt, das alles verstanden wurde, wenn man sich vor der nächsten Pointe vom Lachflash erholt hatte. Der Zusammenhang von den verschwundenen Socken und Relativitätstheorie. Die Socken sind im Raum-Zeit-Kontinuum verschwunden. Das ist ein simpler, umgangssprachlicher Ausdruck für den gesamten Zusammenhang aller in der Vergangenheit passierten, jetzt gerade in diesem Augenblick passierenden, sowie zukünftig passierender Ereignisse in einem gesamtheitlichen Gesamtzusammenhang. Klar? Aber auch die albernsten Menschheitsfragen erhielten urkomische Antworte. Beispielsweise: „Männer müssen nicht gut riechen; sonst wären sie ja nicht der Homo Sapiens, sondern ein Homo-Sabinchen“.

Ein lachmäßiger Höhepunkt war auch die akribisch beschriebene Schilderung einer Prostatauntersuchung; vor allem die Frauen im Publikum waren über das „Leiden“ der Männer höchst amüsiert.

Nach der Betrachtung der Rolle der verschiedenen Gottheiten bei der Erschaffung des Universums, sah das Publikum ein, das hier ein Anderer zuständig war: der Herr Nichts! Wie dann die Welt aus einem geplatzten Beutel eines Alkotesters entstand, soll hier nicht nacherzählt werden. Das haben SIE dann leider verpasst.

Ein rundum gelungener Kabarettabend mit einem Künstler in Bestform (trotz einer Platzwunde vom Tischtennisspielen (?) Auch der Rundumservice des ehrenamtlichen Heimathaus - Teams mit Schmalzbroten, guten Getränken und bester Organisation, stellte das Publikum sehr zufrieden, wie die vielen freundlichen Einträge im Gästebuch belegen.



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