Zehntscheuer

„Ich bin auch nicht immer meiner Meinung“

Zitat: Kabarettist Volkmar Staub am 17.3.2017 in der Zehntscheuer.

Man muss schon lange im Kabarettgeschäft sein und die Welt präzise beobachten um sogar die kritischen Punkte eines Handelsabkommens in ein Mitsinglied zu verwandeln (CETA). Vielseitigkeit bewies Staub auch durch den Vortrag eines hochaktuellen Märchens (Sultan Aladin und die Wunderschlampe), worin die türkisch-deutschen Probleme auf den Punkt gebracht wurden. Und die Pro-Demonstranten für die Diktaturverbesserung in der Türkei kommen ihm vor, wie Freilandhühner, die für die Käfighaltung protestieren. Da passte dann der modifizierte Stoppok – Song „Dumpfbacke“ prima zum Thema, was dann auch das engagierte Zehntscheuerpublikum zum mitrocken animierte.

Volkmar Staub gab auch biographisches Preis; als Jahrgang 1952 wurde sein Lebenswerg von der RAF und der Rotweinfraktion geprägt. Da regt man sich schon mal heftig auf, wenn Europa gefährdet wird durch populistische Fisteln (Le Pen, Petry und Co.).

Spitzenklasse die „Wilfried Kretschmann“ Nummer, worin die Politikart unseres Landesvaters brillant dargestellt wurde. Dessen Diktion - Ziehen der Silben- würde sogar die verlorenen Umlaute seines Vorgängers Oettinger wieder zum Vorschein bringen.

Als nach der Pause Staub als Winnetou mit nacktem Oberkörper die Bühne betrat, ging schon ein heftiges Raunen durch die Zuschauergemeinde. Der Häuptling las dann seinen roten Brüdern von der SPD die Leviten; wobei auch der neue EU Krieger „Martin“ aus Würselen als Sam Hawkins der SPD recht präzise beschrieben wurde.

Nachdenkliches dann im Lied zum Bundespresseball; da wurde es sehr nachhaltig. Ein schönes Zwiegespräch der zwei lebenden Päpste schilderte deutlich und sehr witzig / ironisch die Diskrepanzen zwischen den konservativen Strömen der katholischen Kirche.

Zurück zur eigenen Biographie. Die Unterschiede der damaligen Beatles vs. Stones Fraktionen erinnerten die entsprechenden Jahrgänge der Zuhörer (und dass waren die meisten) daran, das eigentlich die hübscheren Mädchen eher bei den Anhängern von Lennon / McCartney zu finden waren.

Fazit: Ein hoch politischer Kabarettabend mit starkem Humor- und Satire Faktor. Halt was Besonderes, passend zum Stil des Heimathauses.

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