Bahnhof weg und kein Wartehäuschen!

Im Jahre 1964 wurde der Bahnhof Hochstetten abgerissen; die "Nebenbahn" Karlsruhe - Graben war Geschichte und wurde durch einen Busverkehr ersetzt. Zur Orientierung haben wir mal eine kleine Skizze angefertigt.

Die Familie Hofmann hat uns dann ein kleines Gedicht (Zeitungsausschnitt) fürs Medienarchiv zur Verfügung gestellt, welches mal in der BNN 1964 abgedruckt wurde. Die Sorgen und Leiden der Pendler werden da sehr schön beschrieben.

Bahnhof_Hochstetten

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Wir suchen immer Fotos und Geschichten aus unseren Dörfern
Vor allem interessiert uns jetzt die Zeit von 1918 bis 1945.



Grenzstein-Li-Leo-Nr-95-260

Der auffallende Riese

Ein Hauptstein als Einzelgänger

Obwohl ein auffallender Riese unter den noch vorhandenen Gemarkungssteinen von Linkenheim-Hochstetten, ist der Grenzstein GL/95 bzw. GE260 unterhalb des Denkmals für Georg-Adam-Lang an der Straße von Linkenheim nach Leopoldshafen (auch als der „Stoii“ geläufig) nur Eingeweihten bekannt. Steht der steinerne Zeuge doch „Im Vergrabenem“, einem durch den Lang’schen Damm nicht einsichtbaren Gewann entlang des Schluttenlochgabens.

In der gleichartigen Steinsetzung entlang des Schluttenlochgrabens und des Östlichen Herrenwassers stellt er eine abweichende Ausnahmeerscheinung dar. Man darf ihn ruhig als „Einzelgänger“ bezeichnen, nirgends auf der Gemarkung ragt ein Grenzstein in diesen Ausmaßen aus der Erde. Die verhältnismäßig roh geformte hohe Steinsäule ist wohl ein Vorgänger der ansonsten aus dem Jahr 1853 verwendeten Steine in dieser Gemeindeecke.

Form und Aussehen sowie Standpunkt sind markant. Es ist der erste Stein unterhalb des Denkmals im Tiefgestade. Er grenzt die Gemarkung Linkenheim von Eggenstein ab. Die Besonderheit dieses Fleckens liegt nämlich darin, dass das Gebiet zwischen der Schröcker Schließ bis zum Östlichen Herrenwasser im Gewann Quellenstücker auf südlicher Seite der Gemarkung Eggenstein zugerechnet wird. Es ist heute noch Teil der Eggensteiner Jagdbögen.

Die Fertigstellung des Denkmals war 1775, nachdem das Dammfeld durch einen Hochwasserdamm entlang der Grenze zum Nachbarort trocken gelegt war. Es ist wohl anzunehmen, dass dieser auffallende „Ausreißerstein“ aus dieser Zeit stammen dürfte. Er weist die Merkmale eines sogenannten Hauptsteines auf. Hauptsteine wurden in jenen Zeiten an markanten Punkten – und hier handelt es sich um einen solchen – gesetzt, ehe später die folgenden Male gesetzt wurden.

Diese Hauptsteine ragen bis 1,50 m hoch auf. Zeugnis über das Jahr seiner Setzung legt unser Exemplar leider nicht ab, denn außer dem Linkenheimer Kürzel „L“, dem ehemaligen Ortszeichen – dem Dangelstock – enthält er nur ein Zeichen sowie eine Zahl, welche in kein weiteres bekanntes Schema passen. So ist er nun mal, der Stein, der auf der Gemarkungskarte von 1867 auf dem Standort „GL95/GE260“ eingetragen ist: besonders, auffallend und rätselhaft.

Trafo

Wir entdecken Heimatgeschichte!


Immer wieder entdecken wir Besonderheiten, die Erinnerungen wieder auffrischen. Diesmal haben wir das "Trafoheis'l an de Schließ" wiederentdeckt. Allerdings kennen wir weder den Fotografen noch Ferdinand Rotstift. Veröffentlicht wurde der Text 1992 im "Blickpunkt" der CDU.

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grenzstein

Wie kommt der älteste historische Gemarkungsstein aus Hochstetten vor das Karlsruher Schloss?


So rätselten bereits vor mehr als 100 Jahren Karlsruher Bürger über einen Markstein mit einem merkwürdigen Reliefzeichen, einem Kreis mit einem „T“ in der Mitte. Das geheimnisvolle Relief wurde unter anderem als Kürzel „OT“ für Otto von Tessin gedeutet, der als Oberforstmeister für den Markgraf gearbeitet haben sollte, was sich jedoch als unwahr erwies.

Nach langem Suchen und Forschen konnte endlich das schwierige Rätsel gelöst werden, so Gustav Rommel in seinem Buch „Der Karlsruher Hardtwald mit Wildpark, Fasanengarten und Stutensee“ aus dem Jahr 1933.

Der Standort des Steins ist nicht sein ursprünglicher. Aus der Tiefe des Hardtwaldes, wo er die Grenze gegen das Dorf Hochstetten anzeigte, kam der Stein. Zu seiner Erhaltung hat ihn wohl ein kunst- und altertumsfreundlicher Hofforst- und Jägermeister nach Karlsruhe bringen und unter der Linde aufstellen lassen. Denn 1757 und in den Folgejahren wurde der Hardtwald neu eingesteint. Unser Stein auf dem Lindenplatz beim hinteren Schlossgartentor gehörte zur Reihe einiger älterer Marksteine aus dem Jahr 1922 und wurde wohl ersetzt.

Er ist somit der älteste historische Grenzmarkstein von Hochstetten. Nach 1933, den Kriegsjahren und den Aufbaujahren verfiel das Wissen um diesen Stein in einen Dornröschenschlaf. Durch Recherchen im Internet stieß unser Mitglied Klaus König auf das Buch von Gustav Rommel und die darin erwähnten Fakten. Er machte sich auf den Weg zum Schloss, um den in Vergessenheit geratenen Stein zu suchen. Und tatsächlich stand er noch beinahe versunken, überwachsen und völlig unbeachtet am Beginn der Linkenheimer Allee: der älteste Markstein von Hochstetten als bedeutendes Zeugnis wiederentdeckter Geschichte.

Wie jetzt aber umgehen mit dem überraschenden Fund. War die Versetzung des Steines vor mehr als hundert Jahren „Rettung zur Erhaltung“ oder gar Entwendung, sprich „Raub eines Kulturgutes der Hochstetter Geschichte?“. Sollen wir etwa eine Rückführung anstreben?

Nun, andererseits ist es schon eine große Besonderheit, dass beim Karlsruher Schloss am Eingang in die Linkenheimer Allee ausgerechnet der älteste Markstein von Hochstetten steht. Sollte diese Besonderheit etwa schon vor mehr als einem Jahrhundert auf die heutige Zusammengehörigkeit der beiden Gemeinden hinweisen.? Jedenfalls dürfte nunmehr keine der umliegenden Gemeinden so fest vor den Toren der Fächerstadt verankert sein wie Linkenheim-Hochstetten mit der Linkenheimer Allee, dem Linkenheimer Tor und dem nunmehr wieder „neuerweckten“ historischen Markstein von Hochstetten aus dem Jahr 1722.

Vielleicht suchen Sie ihn bei Ihrer nächsten Radtour zum Schloss einmal auf. Wir denken, er würde sich über die wiederentdeckte Aufmerksamkeit freuen.



Geschichten aus der Kinderschule

Einweihung_Kindergarten_Schillerstraße-_1964.
Einweihung des Kindergartens Schillerstraße am 24. Mai 1964
Kinderschüler_um_1950
Kinderschüler auf dem Dreschhallenvorplatz Bahnhofstraße um 1950



Vergessenes Brauchtum enträtselt!

Sommertags-Stecken

Sie erinnern sich bestimmt an unseren Bericht über vergessenes Brauchtum. Da haben wir über ein Foto eines Kinderumzugs aus den 1950er-Jahren berichtet. Dank vieler Zuschriften der Leser haben wir einiges an Informationen zusammengetragen.

Es handelt sich dabei um einen Sommertagszug; Ein Brauch der in der Kurpfalz verbreitet war und z.T. noch ist. Traditionell wird es an "Mittfasten" begangen, am Sonntag Laetare, also drei Wochen vor Ostern, teilweise jedoch auch an anderen Terminen, abhängig von der örtlichen Tradition. Dieser Sonntag wurde auch Rosensonntag oder Brotsonntag genannt.

Der Tag wurde sowohl von der evangelischen wie auch von der katholischen Kirche gefeiert. Der Sommertagszug gehört zu den Bräuchen der Winterverbrennung und des Todaustragens.

Wie man in dem Bildausschnitt sieht, tragen die Kinder einen gabelförmigen Stecken, auf dem ein großer Bretzel aufgespießt ist. Dieser ist mit bunten Papierbändern verziert. Da der Stecken ein besondere Form haben mussten, wurde er oft mehrere Jahre verwendet. Stri Stra Stro, da Friehling / Summer der isch doo ......... sangen die Kinder in allen Gemeinden (auch in Hochstetten und Linkenheim).

Dank an die Informaten B. Bräuner, "Burgschdahler-Minna", U. Guttenberg, K. König, uva.

Gasthaus_zur_Krone

Neues" vom Amtsschimmel! ;-)


Am 18.3.1877 starb der Kronenwirt Friedrich Wilhelm Zwecker im Alter von 53 Jahren. Seine Witwe Margarethe geb. Nees führte dann die Wirtschaft weiter. Sie war damals 47 Jahre alt und musste sich und ihre Kinder ja ernähren. Nachdem sie die Wirtschaft 16 Jahre lang betrieben hatte, kam plötzlich am 14. September 1893 ein Brief vom Bezirksamt mit folgendem Wortlaut:

Den Betrieb der Realgastwirtschaft zur Krone in Linkenheim betr.

An das Bürgermeisteramt Linkenheim: Nach uns gewordener Meldung betreibt seit dem Tode ihres Ehemannes die Friedrich Wilhelm Zwecker Witwe die Realgastwirtschaft zur Krone in Linkenheim, ohne daß zu diesem Betriebe die Erlaubnis nach § 51 der Vollzugsverordnung zur Gewerbeordnung erwirkt worden wäre. Das Bürgermeisteramt wird veranlaßt, alsbald die nach der angeführten Verordnungsbestimmung vorgeschriebene Vorlagen mit den dort verlangten Belegen zu erstatten.

Die sogenannten "Informanten" hat es damals auch schon gegeben.

Wenden Sie sich an uns, wenn Sie alte Bilder haben, zu denen Sie uns noch eine Geschichte erzählen können! Wir sammeln und archivieren diese alten Schätze.