Veranstaltungen in der Zehntscheuer

Seit 2013 führen wir in der Zehntscheuer Kleinkunst-Veranstaltungen im Rahmen des Kulturkalenders der Gemeinde Linkenheim-Hochstetten durch.
06. März 2020
Frederic Hormuth:
Bullshit ist kein Dünger


Es war klar, dass der gestandene Kabarettist Frederic Hormuth auf die aktuelle Virussituation eingehen musste. Allerdings nur mit der Feststellung, dass ihm jetzt erst bewusst geworden ist, wie unbeliebt Vollkornnudeln sind. Das Wesentliche des höchst amüsanten Programms war aber die Verdeutlichung des uns servierten, täglichen „Bullshits“.

Inhaltsleere Motivationstrainersprüche, oder z.B. ablenkendes Gerede vom Fachkräftemangel (würde man die Pflegeberufe ordentlich bezahlen, müsste man keine Mitarbeiter aus den Philippinen holen), wurde als Vernebelungsgerede entlarvt. Zum Beispiel sind Aufrüstungsforderungen von der Nato gemacht; nicht von Trump. Wobei man dann wissen sollte, dass die Nato 4 x soviel Geld für Rüstung ausgibt wie Russland.

Von solchen und weiteren, leicht nachprüfbare Wahrheiten soll uns der „Bewurf mit Bullshit“ ablenken. Aber auch das melancholische, intensive Lied vom Rüdiger, der den Anschluss an die Gesellschaft verlor, machte das höchst aufmerksame Publikum offensichtlich nachdenklich. Hormuths Feststellung, dass man einfach manche Wahrheiten nicht mehr hören mag, weil doch das Oberflächliche so bequem ist („lieber Kuscheln und Aussterben….“) kam bei den Zuhörern gut an.

Da nun auch ein ordentliches Klavier die Zehntscheuerbühne ergänzt konnte Frederic Hormuth seine Fähigkeiten exzellent darbringen. Als dann zum Finale auch noch bekannte Schlager mit „Honigbrot“ gecovert worden, war der Abend perfekt abgerundet. Es war hervorragendes, politisches Kabarett mit hohem Bildungsfaktor und besten Pointen, die zum Lachen animierten, doch auch irgendwie nachdenklich stimmten. Mal wieder ein toller Abend in der ausverkauften Zehnscheuer; was natürlich auch am perfekten Service (Schmalzbrote!) des Heimathausteams lag.

rg

08. Februar 2020
Inka Meyer:
Der Teufel trägt Parka


Eine Frau, in Jeans und bunter Bluse fesselt mit ihren Erzählungen 100 Leute. So geschehen letzten Samstag in der auskauften Zehnscheuer. Inka Meyer war im Rahmen des Kulturkalenders Gast auf der mittlerweile berühmten Kleinkunstbühne.

„Der Teufel trägt Parka“, so der Programmname, führte uns in die Abgründe des Schönheitswahns. 13,5 Mrd. geben wir jährlich für Kosmetik aus, für Sachen, die größtenteils wirkungslos und z.T. sogar schädlich sind. Denn straffe Haut kriegt man nicht durch „trinken“. Inka Meyer führte in witzigen Anekdoten über Hegel, Kant und Heine zu den wahren Gründen des „Schönseinwollens“; gilt jetzt auch verstärkt für Männer. Die Kosmetikindustrie erwartet tatsächlich in den nächsten Jahren bei den „Männercremchen“ die größten Zuwachsraten.

Bei diesen Exkursen von Frau Meyer gab es viel kleine Lachsternchen mit faktischem Hintergrund. Auch Wellnessnahrungsmittel und Superfood (schmeckt „ausgebrochen“ gut) wurden in ihrer Sinnhaftigkeit lustvoll und mit viel Humor zerlegt. Besonderes Highlight war ein Gedicht aus dem Titel von Frauenzeitschriften; klar, die Grillzeitungen für Männer sind auch grenzwertig.

Ein Kabarettabend mit weiblichem Schwerpunkt und faktischem Tiefgang. Gelungen! Das vom Heimathausteam erzeugte Wohlfühlklima (Deko, Service, Schmalzbrote) machte natürlich den Samstagabend richtig rund.

rg

06.Dezember 2019
Eva Eiselt:
Vielleicht wird alles vielleichter


Die Kölner Kabarettistin Eva Eiselt beeindruckte am Nikolaustag in der Zehntscheuer ihr Publikum mit pfiffigem Wortwitz, kreativen Gedankengängen und einer erstaunlichen Wandlungsfähigkeit.

Gekonnt parlierte sie mal in der Rolle der biederen Schwäbin und gab im nächsten Moment schon wieder einen von der Abholzung bedrohten Baum. Das klingt verwirrend? Ist es nicht, denn schnell wurde klar, dass Eiselts Programm "Vielleicht wird alles vielleichter" ganz und gar logisch aufgebaut ist und man einfach sehr genau hinhören muss, um manch versteckte Pointe herauszuhören.

Definitiv war der Abend angenehm frei von Schenkelklopfern von plumpem Humor und erforderte mitunter hohe Konzentration. Beim Publikum kam das anspruchsvolle und stellenweise provokante Programm prima an - nach einer kurzen Gewöhnungsphase, wie manche Gäste einräumten. "Das ist mal echt etwas anderes und diese Frau ist richtig gut", sagte eine Dame in der Pause. "Kabarett darf ruhig auch mal die Komfortzone verlassen."

Natürlich gehört die Pause mit dem schon legendären Schmalzbrotangebot zu einer rundum gelungenen Veranstaltung; da lässt sich auch prima über das schon Gehörte „schwätze“.

Hören Sie mal rein:


22.November.2019
Irischer Abend mit Rott 7

Wenn Linkenheim-Hochstettens bekannteste Band auf der Gemarkung gastiert, dann passiert ein ums andere Mal dasselbe: Die Konzertkarten sind im Handumdrehen vergriffen. So war es auch in dieser Kulturkalender-Saison, als die Verkaufsstelle bereits Mitte Oktober vermeldetet, dass für den irischen Abend von Rott 7 keine Tickets mehr zu haben seien.

Am vergangenen Freitag wartete dann in der Zehntscheuer also ein volles Haus auf die vier Vollblut-Musiker von Rott 7, die stilecht in schicken Schottenröcken gekommen waren, um dem Publikum Klänge von der Grünen Insel und aus Schottland zu Gehör zu bringen. Wer Rott 7 kennt, weiß, dass die Band für richtig gute Stimmung sorgen kann, denn im Repertoire der vier Musiker befinden sich etliche griffige und temperamentvolle Gute-Laune-Songs, die nicht selten die Atmosphäre zum Kochen bringen.

Doch am Freitagabend bewiesen Rott 7, dass gute Stimmung auch mit leiseren Tönen erreicht werden kann: Ungewohnt sanft und mitunter melancholisch zeigte sich das Programm der Band, die es sich nicht nehmen ließ, die Hintergründe zur Entstehung der Songs immer wieder zu erläutern. Keine Frage, dass trotz der eher ruhigeren Grundstimmung der Lieder der legendäre Humor von Rott 7 zum Tragen kam.

Der enge Kontakt zu Ihrem Publikum ist Roger Martin Auerbach, Ralf Friedmann, Martin Hehl und Roger Seitz genauso wichtig, wie die spielerischen, verbalen Schlagabtausche, die sich das Quartett sehr zur Erheiterung des Publikum gerne liefert. Es war ein Kulturabend nach Maß in der Zehntscheuer, der ein begeistertes Publikum zurück ließ, das sogleich nach dem nächsten Konzert fragte. Dieses ist für März 2021 geplant - mehr wird noch nicht verraten. [Anmerkung rg] KS

08.November.2019
Bernd Leix
Krimi - Lesung

Es war schnell ein „Krimiklima“ in der Zehntscheuer. Das Ambiente, die Beleuchtung und die sonore Stimme des Autors verzauberten das Publikum bei dieser Krimilesung. Handschellen und Strick, sowie die Tabakspfeife des Hauptdarstellers (Kommissar Oskar Lindt aus Karlsruhe) unterstrichen die äußerst spannende Geschichte von dem (versuchten) Wellnessurlaub eines gestressten, aber gemütlichen Kriminologen. Auch erfuhr der aufmerksame Zuhörer viel über die „Beziehungsverhältnisse“ des Ehepaares Lindt. Sie will endlich mal Entspannung mit Ihrem Mann; aber das „Wahre“ Leben nimmt darauf keine Rücksicht.

Der elfte Oskar-Lindt-Krimi, führt den Wanderer von sonnigen Höhen rund um Alpirsbach in ausweglos tiefe menschliche Abgründe. Ein lebloser Körper im kalten Wasser der Murg. Unfall oder Gewalttat? Ist der Bauer alkoholisiert von der Brücke gestürzt oder hat ihm bereits zuvor jemand den Schädel eingeschlagen?

Neben der fesselnden Handlung gab es auch großartige Hinweise auf die schöne Ausflugsgelegenheiten und kulinarischen Möglichkeiten im Nordschwarzwald. „Schwarzwald-Himmel“ ist also ein Buch mit doppeltem Nutzen: Krimi und Wanderführer!

Gut war auch, dass man vom Lebensweg des Autors Bernd Leix (vom Förster zum Krimiautor) einige Informationen bekam, die dann ebenso humorvoll und verschmitzt vorgetragen wurden, wie die Lesung aus dem Krimi.

Ein gelungener Abend mit bestens gestimmtem Autor und begeisterten Zuhörern.

rg

24. Oktober 2019
Dania König und Dino Soldo Konzert

Ein ausverkauftes Haus, heimelige Atmosphäre und ein Künstlerpaar, das es perfekt versteht, sein Publikum emotional mitzureißen - das waren die Zutaten für einen gelungenen Auftakt der Kulturveranstaltungen in der Zehntscheuer. Mit Dania König und Dino Soldo waren am vergangenen Donnerstag zwei Vollblut-Musiker zu Gast, die unter der Überschrift "Teil von Allem" ein Potpourri selbstkreierter Songs mitgebracht hatten.

Ein besonderer Abend sei es für sie beide, erklärt die in Hochstetten aufgewachsene Dania König: "Es ist der Auftakt zu unserer allerersten gemeinsamen Tour. Sonst spielen wir immer getrennt. Wir freuen uns total auf diese neue Erfahrung!" Das Publikum, in der bis auf den letzten Platz besetzten Zehntscheuer, konnte sich ebenfalls freuen: Über gefühlvolle Lieder voller tiefgründiger Botschaften und sprachlichen Finessen, über berauschende Saxophonsoli und zwei außergewöhnliche Stimmen. Dass das Konzert fast schon "Wohnzimmer-Atmosphäre" verströmte, war der Tatsache zu verdanken, dass der Abend für Dania König viele Momente des Wiedersehens enthielt.

Schulfreundinnen von früher, ihre ehemalige Klavierlehrerin und natürlich viele Familienmitglieder waren gekommen, um ihren Tour-Auftakt zu begleiten. Nach dem Konzert bliebt zum Glück noch reichlich Zeit, um miteinander zu plaudern und Erinnerungen auszutauschen.

(KS)
25.Mai 2019
Martin Zingsheim:
Kopfkino


Wir erlebten eindrucksvolle Wortspiele und sich rasant überschlagenden Pointen: Der Kölner Kabarettist Martin Zingsheim fabrizierte äußerst unterhaltsame Bilder in die Köpfe der Zuschauer im Linkenheimer Heimathaus Zehntscheuer. Mit Themen wie Internet, Glaube, Erziehung, Ernährung, Globalisierung und Umwelt gestaltete er einen lustigen, aber auch nachdenklichen Kabarettabend.

Auf den Punkt treffende Aussagen (Nach der Scheidung: „Nun bin ich dick UND einsam“) wechselten mit lebensnahen Beispielen der „Internetsprachverwuselung“ und schönen Aporismen (Mann über Bord; Frau überglücklich).

Und die Sicht der Dinge (Deutschland? Tagsüber geht’s!) wurde mal wieder neu justiert. Allein die Vorstellung, dass man doch mal das Museumspublikum gegen die Fußballfans im Stadion austauschen könnte, ist schon eine (Kopf-) Kino - Idee, die fasziniert. Auch den Einsatz von Stadionsprechern beim Gottesdienst hat ja was; zumindest mal was Neues in der Liturgie!

Und die Kinderfrage nach dem Sinn der Briefmarke entwickelt sich zu einer veritablen Elternkatastrophe. Da helfen dann schon Zitate aus seinem neuen Buch „Eltern haften an ihren Kindern“ (Empfehlenswert!)

Natürlich bekommt auch die industrielle Fleischproduktion ihr Fett weg; der unqualifizierte Gütesiegelbetrug und die tierquälerische Schlachtzustände werden sehr plastisch geschildert („. auch Elektroschocks kann man mit Ökostrom machen“). Trotzdem lachte man sehr entspannend über den Wortwitz mit dem Martin Zingsheim diese Situationen schilderte.

Seine Liebe zur Sprache, seine Kommentare zum aktuellen Zeitgeschehen (Große Koalition = Angst in zwei Farben), sowie skurrile Fantasien, die er immer wieder bewusst dem Publikum „vorzauberte“, bescherte einen unterhaltsamen und niveauvollen Kabarettabend.

„Hier ist es ja auch wirklich gemütlich!“, stellt Zingsheim zum Schluss der gelungenen Veranstaltung fest. Wieder einmal bot der heimelige Dachstuhlsaal des Heimathauses eine großartige Bühne für derartige Kulturveranstaltungen. Und natürlich gehörte auch das bodenständige Catering dazu. Das machte den Abend so richtig rund.

Hören Sie mal rein:


10.Mai 2019
Martin Hermann:
Keine Frau sucht Bauer


Bereits Martin Herrmanns Sicht auf das Bildungsproblem amüsierte. Da muss man doch als junger Mensch die zentrale Dienstanweisung der Bundeswehr lesen können; und wenn die Lesefähigkeit der Schüler zu schwach ist, liegts vielleicht an den Lehrern; die streiken vielleicht heimlich? Ein "Liedtest" über den IQ der Zuschauer brachte dann den ausverkauften Saal zu heftigen Lachausbrüchen; man konnte ja auch prima über sich selbst lachen.

"Keine Frau sucht Bauer", so der Titel des Programms von Martin Herrmann. Die vier Worte befassen sich schon mit Randbereichen des Lebens. Und der Name "Herrmann"; ausgesprochen männlich. Er habe schon als Baby im Stehen in die Windeln gemacht. Der Vorname Martin sein auch total männlich, denn der heilige Martin wurde durch die Mantelteilung berühmt. Den Bettler kennt heut keiner mehr. Die Mode erhielt durch den Künstler auch wieder neue Impulse; das "String Kopftuch" (Faden um den Kopf wickeln) hat der Haute Couture gefehlt.

Herrmanns Tipp für den suchenden Bauern: Finanzielle Kompetenz zeigt sich auch, wenn man vor 2 Jahren für 2000 € Commerzbankaktien nicht gekauft hat, denn dann wären heute nur noch 200€ übrig. Hätte man stattdessen Bier dafür gekauft, hätte man für 300€ Pfandgeld und viel mehr Spaß gehabt.

Schön war auch die Reminiszenz an Georg Kreisler ("Gehmer Trauben vergiften im Rewe"); zum Mitsingen und Mitlachen. Herrmanns Geschäftsidee: Die CD mit Partnergeräuschen (Schnarchen, Waschen, Putzen, Bohren) bekämpft die Einsamkeit; vielleicht der Hit der Zukunft?

Das Konzert mit der tibetanischen Taschenharfe (kalt geschmiedeter Eierschneider) war nicht nur musikalisch sondern auch textlich brillant und wird den Zehntscheuergästen in Erinnerung bleiben. Damit hat der Bauer große Heiratschancen. Wichtige Studien der Wissenschaft wurden auch genüsslich erläutert. Warum z.B. Fruchtfliegen Alkohol trinken, wenn sie zu wenig Sex haben, oder auch der Zusammenhang von Schlagermusik und Todesstrafe lernten wir.

Ok, es war halt stellenweise ein recht derber Abend; bäuerlich halt. Den Zuschauern hats sehr gefallen. Klar, das auch das Catering unseres Vereins mit hausgemachten Schmalzbroten zum großen Erfolg des Abends beitrug.


Interview mit dem Künstler:


12.April 2019
Musiktheater Bellevue

Peter Krauss und Conny Froboess, Songs wie "Ich will keine Schokolade" von der unvergessenen Trude Herr und legendäre Werbesports, in denen Tilly und der Bärenmarke-Bär tragende Rollen spielen - mit alledem machte das Duo Bellevue nun in der Zehntscheuer die Ära des Wirtschaftswunders wieder lebendig. Gabriele und Alexander Russ griffen vor restlos ausverkauftem Haus nicht nur in die Saiten ihrer Gitarren, sondern auch ganz tief in die Erinnerungskiste der 1950er und 1960er Jahre. Das Duo, das mit seinem Programm "Himbeereis und flotter Käfer" nach Linkenheim-Hochstetten gekommen war, intonierte berühmte Schlager und Chansons von früher und musste das Publikum gar nicht erst dazu einladen, mitzusingen. Das ging ganz von alleine und selten war die Atmosphäre in der Zehntscheuer so interaktiv wie an diesem Abend. Jeder plauderte mit jedem über vergangene Zeiten, man tauschte mit dem Sitznachbarn Erinnerungen aus und trällerte die bekannten Hits mit.

Daneben plauderte Alexander Russ genüsslich über Events der 1950er und 1960er, über das legendäre "Wunder von Bern", über die Mofa-Leidenschaft, die in dieser Ära vorherrschte, und über Stars und Sternchen. So war es kein Wunder, dass das Duo Bellevue gleich drei Zugaben spielen musste und am Ende lobende Worte für dieses "außergewöhnliche Publikum" fand.

Dazu trug natürlich wieder das Serviceteam von Hella Göbel , Rainer Hesselschwerdt und die vielen zusätzlichen Helfer bei. Schmalzbrote passen ja auch irgendwie zu jedem historischen Rückblick.

Auch die BNN haben berichtet. Hier finden Sie den Artikel!

08. März 2019
Andrea Limmer

"Das Schweigen den Limmer" hieß ihr Programm, doch dieser Titel erwies sich als mehr als nur unpassend. Denn wenn sie eines nicht gut kann, diese Andrea Limmer, dann ist es schweigen. Sie ist ein Wirbelwind, eine äußerst eloquente und charmante Plaudertasche, die die seltene Gabe hat, Menschen mitzureißen. Mit rustikal-bayerischem Zungenschlag wickelte sie das Publikum in der Zehntscheuer im Handumdrehen um den Finger.

Spätestens nach dem ersten Song mit dem vielsagenden Titel "Blablabla", der ein Überbleibsel aus einer Auftragsarbeit der FDP in Sachen Wahlwerbung sei, war Andrea Limmer voll und ganz in ihrem Element. Kurzum: Ihr Wurzel-Chakra rotierte vor lauter Freude. Mit schier unerschöpflicher Energie wirbelte sie über die Bühne, trat mit dem Publikum intensiv in Kontakt und redete ohne Punkt und Komma.

Ihr heiteres Gemüt sei umso erstaunlicher, als sie schließlich aus Niederbayern komme, wo man sich mit Details wie gutem Aussehen nicht aufhalten könne. "Da gibt es keinen Teint, da gibt es Bodennebel", stellte sie klar. "Da gibt es auch keine saisonbedingten Verstimmungen, sondern da kommt man schon mit einer Winterdepression auf die Welt!" Von der war indes zwei Stunden bei Andrea Limmer rein gar nichts zu bemerken.

Munter quatschte sie über ihre Beziehung zu Obsti, die - wie eben jede Beziehung - jeden Tag aufs Neue eine Herausforderung sei. Zumal er manchmal auch Fragen stelle, die kein Mensch beantworten könne. Ob sie als Vegetarierin Muscheln essen dürfe, habe er wissen wollen, und gleich argumentiert, dass man als solche theoretisch alles essen dürfe, was sich nicht selbstständig auf zwei Beinen fortbewegen könne. "Ich hab' ihm dann gesagt, dass ich dann rein praktisch seine ganze Familie aufessen dürfte", quietschte die "Limmerin" freudig und plauderte dann weiter aus dem Nähkästchen.

Zum Beispiel über die CSU und den Sohn einer hochrangigen Politikerin, welcher jüngst eine kleine "Schwarze" heim gebracht habe. Zum Glück war es nur eine "Alexa", die beim Googeln nach den Schlagworten "Günstige Mietpreise" und "München" erst gelacht und sich dann selbst zerstört habe.

Auch ihre Single-Freundin Hanna bekam ihr Fett weg: "Die saß früher tagein, tagaus auf der Couch herum und hatte schon ihre eigene Postleitzahl", ätzte Andrea Limmer. "Jetzt hat sie aber Steve-Thorsten-Horst akquiriert, einen Juso aus Castrop-Rauxel, der die Ausstrahlung einer abgelatschten Che Guevara-Fußmatte hat." Zwei Stunden lang schoss Andrea Limmer verbale Spitzen ab, spielte Liedchen auf ihrer Ukulele und hatte mächtig Spaß. Ebenso das Publikum in der Zehntscheuer, das sich einig war, dass Andrea Limmers frischer Humor richtig gut getan hat.(KS).

Hören Sie mal rein:


01. Februar 2019
Wolfgang Burger und Hilde Artmeier:
Eine Leiche im Neckar und Korruption in Afrika


Mit seiner Krimi-Reihe um den Kriminalhauptkommissar Alexander Gerlach taucht Wolfgang Burger regelmäßig auf den Bestsellerlisten des Magazins "Spiegel" auf. Längst hat sich der studierte Ingenieur, der viele Jahre am KIT in Karlsruhe tätig war, einen große Fan-Gemeinde geschaffen, die Jahr um Jahr auf einen neuen Krimi aus Heidelberg wartet, wo Burgers fiktiver Held Gerlach ermittelt. Burgers Werke sind gelungene Mischungen aus soliden Kriminalfällen, ein wenig Lokalkolorit und viel Charme, denn Gerlachs Privatleben samt pubertierender Zwillingstöchter und kapriziöser Geliebter bietet viel zum Schmunzeln. Nun war der erfolgreiche Krimi-Autor in der Zehntscheuer in Linkenheim-Hochstetten zu Gast, wo er aus seinem neuesten Werk "Wen der Tod betrügt" las.

Vor nahezu ausverkauftem Haus servierte Bürger seinem Publikum spannende wie humorvolle Appetithäppchen aus seinem Buch und verlockte viele Besucher zum Kauf des Werks, in dessen Mittelpunkt die Ermordung einer erfolgreichen Geschäftsfrau steht, deren Leiche im Neckar gefunden wird. Zum Glück war die Buchhandlung "Krissel" aus Eggenstein-Leopoldshafen mit einem Büchertisch vertreten, sodass sich neugierige Bücherwürmer sofort mit Burgers jüngstem Werk - und auch älteren Büchern aus seiner Feder - eindecken konnten. In den Lesepausen sorgte Peter Nagel am Saxophon für stimmige, akzentuierte Musik, die für wunderbare Atmosphäre sorgte.

Im zweiten Teil des Abends kam das Publikum in den Genuss eines ganz besonderen Ereignisses: Einer Premieren-Lesung. Gemeinsam mit seiner Frau Hilde Artmeier hat Wolfgang Burger nämlich einen Thriller geschrieben, der just am 1. Februar in den Buchhandel kam. So wurde das Publikum in der Zehntscheuer Zeuge der allerersten Lesung aus "Gleißender Tod". Der Thriller ist in Nigeria verortet und handelt von Korruption und dunklen Machenschaften. Die Entstehung des Buches sei für beide eine Herzenssache gewesen, erklärten die beiden Autoren, wenngleich es auch ein Experiment gewesen sei. "Wenn man erstmals miteinander an demselben Buch arbeitet, dann ist das schon ein bisschen abenteuerlich", räumten Burger und Artmeier ein. Sie auch für die Lesung aus dem Thriller eine Bilder-Präsentation vorbereitet hatten, die die Lesepassagen mit Fotografien eindrücklich illustrierte. So hatte das Publikum keine Mühe, den Sprung vom beschaulichen Heidelberg ins tiefste Afrika zu schaffen, und sich thematisch auf den neuen Plot einzustellen. Natürlich fand auch "Gleißender Tod" im Anschluss an die Veranstaltung guten Absatz und die beiden Autoren zeigten sich glücklich mit ihrer Premieren-Lesung - ebenso wie mit der schönen Atmosphäre in der Zehntscheuer (mit dem perfekten Angebot des Serviceteams) und dem aufmerksamen Publikum.

Tourneetheater 30. November 2018
Tourneetheater Stuttgart:
Illusionen einer Ehe


Was so ein schlichtes Frühstück bei Zeitungslektüre doch für Abgründe eröffnen kann: Ada und Felix waren bislang recht glücklich verheiratet. Besser gesagt: Sie waren nun nicht gerade unglücklich verheiratet. Sicher, die Schmetterlinge im Bauch haben sich schon vor geraumer Zeit verabschiedet und die ganz großen Gefühle haben sich wohl auch verflüchtigt. Und trotzdem: Die beiden sind ganz zufrieden, bis an diesem besagten Morgen das eheliche Gleichgewicht mächtig ins Wanken gerät.

Ada will nämlich wissen, wie viele Seitensprünge sich Felix im Laufe der Ehe schon geleistet hat. Unnötig zu erwähnen, dass sie diese Information ihrem Gatten mühevoll aus der Nase ziehen muss, weil der sich windet wie ein Aal. Zwölf - freilich gänzlich unbedeutende und emotional gesehen irrelevante - kurze Affären habe er gehabt, was Ada dann doch erschüttert. Als Felix seinerseits wissen möchte, wie oft seine Frau in fremden Laken gewildert hat, erhält er eine nicht weniger schockierende Auskunft: Ein einziger Liebhaber sei es bei ihr gewesen, doch habe die Affäre ganze neun Monate gedauert.

Felix ist entsetzt: Mit dramatischer Stimme beklagt er diesen Treuebruch, der - ganz anders als seine kurzen Liebeleien - ganz offenkundig tiefere Gefühle zur Grundlage gehabt habe. Schnell reift in Felix ein schrecklicher Verdacht: Der gemeinsame Freund Eric könnte Adas Liebhaber sein, denn mit ihm spielt sie ja immer wieder eine Partie Tennis. Als Eric dann eines Tages zum Essen kommt, sieht Felix die einmalige Chance, Licht ins Dunkel dieser amourösen Verwicklungen zu bringen.

Heiter und schwungvoll, doch nicht ohne eine ordentliche Portion Tiefsinnigkeit spielte das Tournee Theater Stuttgart am vergangenen Freitag in der Zehntscheuer. Pointierte Dialoge, überraschende Wendungen und eine großartige schauspielerische Leistung aller drei Akteure sorgten für einen Theaterabend nach Maß, der beim Publikum sehr positiv aufgenommen wurde.

"Mal etwas anderes" sei es gewesen, dieses Stück, das nicht nur auf Boulevard setzte, sondern auch ein bisschen zum Nachdenken anregte, sagte eine Besucherin, die betonte, dass Theater in der Gemeinde bislang oft zu kurz gekommen sei. "Es muss nicht immer Comedy sein", fügt sie hinzu und erkundigte sich gleich, ob etwas Vergleichbares bald wieder geplant sei. Man wird sehen, doch offenkundig ist das treue Zehntscheuer-Publikum auch dankbar, wenn man die ausgetretenen Comedy-Pfade einmal verlässt.

ks
19. Oktober 2018
Martin Fromme: Lieber Arm ab als arm dran

Am letzten Freitag gastierte Martin Fromme aus Wanne-Eickel (Guantanamo des Ruhrgebietes) in der Zehntscheuer. Sein Programm mit dem Titel "Besser Arm ab als arm dran" begeisterte das ausverkaufte Haus. Stand-Up-Comedy, Filmschnipsel und sehr aussagekräftige Fotos sind an sich noch nichts Besonderes. Wenn man allerdings weiß, dass dem Künstler der linke Unterarm fehlt und seine Botschaft der unbefangene Umgang mit Behinderungen ist, wird so ein Abend was ganz Besonderes. Er erzählt von sich, dass sein Armstumpf möglicherweise eine ganz spezielle Schnitzarbeit aus dem Erzgebirge sei; oder haben ihm die Nonnen im Kloster den linken Arm abgeschnitten, damit er nicht mehr mit Links schreibt? Vielleicht ist ihm auch beim Fingerhakeln ein Malheur passiert. Oder hat gar sein Vater beim Durchschneiden der Nabelschnur nicht aufgepasst?

Die hippen Themen von Inklusion und Behinderten werden gnadenlos zerpflügt und man erwischt sich dabei über die vielleicht selbst beobachtete Hilflosigkeit bei dem Umgang mit behinderten Menschen herzhaft zu lachen. Fromme bringt das Thema mit sehr besonderem Blickwinkel. Zum Beispiel: Darf man einen Menschen im Rollstuhl fragen: „Wie geht’s?“. Und warum gibt es keine Sexfilme speziell für behinderte Menschen? Ok, der dabeistehende Gebärdendolmetscher hätte keinen einfachen Job! Und die Fiktion, dass ohne Behinderung zu sein die Ausnahme wäre, führt dann zur bildhaften Darstellung einer Geburt der besonderen Art. Politisch unkorrekt, aber wahnsinnig lustig. Auch die Beispielfotos von Beschilderungen und Wegeführungen für Rollstuhlfahrer zeigen wunderbar, wie wenig bei diesen Sachen nachgedacht wird.

Martin Frommes Einsatz mit der versteckten Kamera zeigte echte Highlights. So fragt eine blinde Frau mit Blindenführhund nach dem Weg; und bittet den Passaten es dem Hund zu erklären, weil sie ja nicht sehen könne. Sie glauben gar nicht wie viele Leute dies dann machten.

Manchmal wird es so ironisch, dass es fast weh tut. Fromme: “Ich nehme ab und zu eine Contergan -Pille um mich aufzufrischen; stellen Sie sich vor, mein Arm wächst wieder nach! Da wäre mein Geschäftsmodell ja gefährdet“.

Gut, seine Vorschläge für den beruflichen Einsatz von Behinderten (Blinden können doch gut riechen; Ersatz für Drogenspürhunde?) sind noch nicht ganz zu Ende gedacht. Allerdings ist es wahr, dass in einer deutschen Behindertenwerkstatt Bauteile für Landminen hergestellt wurden.

Es war wieder ein Kabarettabend der besonderen Art in der Zehntscheuer; abseits des üblichen Comedy Klamauks; anspruchsvoll und lustig, aber es brachte die sehr zufriedenen Zuschauer auch zum Nachdenken.

rg

Hören Sie mal rein:


18. Mai 2018
Rott 7: Heute hier, morgen über den Wolken

Es war ein gefühlvoller Abend. Die „Jungs“ von Rott 7 haben ein Programm einstudiert, welches die Zuschauer durch die gesamten Facetten des internationalen Liedermachergeschehens führte. Natürlich kamen die Songs des Programmnamens auch vor („Heute hier morgen dort“ (Hannes Wader) und „Über den Wolken“ (Reinhard Mey). Der „rote Faden“ des Abends brachte Nachdenkliches („Sind so kleine Hände“ Bettina Wegner und „Blowing in the Wind“, Bob Dylan); aber auch humorvoll dargebrachte Hintergrundinformationen. So erfuhren die Zuschauer im ausverkauften Heimathaus die tiefere Bedeutung mancher Songs. Der Dialog von Vater und Sohn (Cat Stevens) oder die Geschichte von Caspar Hauser (R. Mey) wurde so gefühlvoll und bestens arrangiert rübergebracht.

Zu Hannes Wader („Es ist an der Zeit“) schlichen sich doch einige Tränchen in die Augenwinkel. Dabei hat Wader sogar mal in Hochstetten übernachtet. Es wurde kräftig mitgesungen, denn Degenhardts „Schmuddelkinder“ und „Sag mir wo die Blumen sind“ gehören ja zum „Grundwissen“ eines jeden Liedermacherfans. Man merkte den „Rotties“ die Freude am Musizieren an; der Funke sprang schon bei ersten Song aufs Publikum über. Als dann auch noch Katja Epstein „Wunder gibt es..“ und Freddys „Schön war die Zeit“ die zig Zugaben krönten war jeder sicher: Das war ein gelungener Liedermacherabend. Natürlich hatte da auch das Ambiente des Hauses und die Leckereien des Serviceteams seinen Anteil.

20. April 2018
WIR WERDEN ALLE STERBEN !!
Panik für Anfänger

Lutz von Rosenberg-Lipinsky

Wir leben im Paradies - sagt zumindest der Kabarettist Lutz von Rosenberg-Lipinski (LvRL) am letzten Freitag in der total ausverkauften Zehntscheuer. Alleine schon deshalb, weil es wesentlich länger dauert bis der Weltuntergang in LiHo ankommt. Wir lachten und lernten viel an diesem warmen „Sommerabend“. Unser dauernder Pessimismus (es wird alles Schlimmer), unsere Hysterie (Terrorangst) unsere Panikreaktionen (AfD Wahlerfolg) und die fehlende Gelassenheit (von Merkel lernen) wurde uns mit wortgewaltigen Bildern vor Augen geführt.

Und das so humorig, dass diverse Zwerchfelle bestimmt Muskelkater bekommen haben. Aber auch Biografisches gab LvRL von sich preis. So u.a. seine Erfahrungen mit den „Pubertieren“ zuhause und deren Freunde, die ein Prädikat für einen katholischen Pfarrer halten. Ein möglicher Zusammenhang zwischen der Küstenbarbie (Manuela Schwesig) und der Zunahme der Geburten verstanden wir, trotz heftigen Lachens, ebenso, wie den Zusammenhang zwischen pensionierten Lehrern in Breitcordhosen und Pegida. Sehr gut auch die Geschichte mit dem USA Einreiseformular (.. sind Sie Mitglied in einer terroristischen Vereinigung?) und die Tatsachen, das Amoklauf und Terror nichts Neues in der Menschheitsgeschichte sind.

Ein Kabarettabend vom Feinsten; viel zu lachen, aber auch viel, was uns mal wieder bewusst gemacht werden musste.

Hören Sie mal rein:


Freitag 9. März 2018
Meine Kresse! – Ein Mann sieht grün!

Es ist schon sehr schön, wenn Björn Pfeffermann die entspannten Gäste der vollbesetzten Zehntscheuer als Blumen begrüßt (Rose, Silberdistel, etc.).

Willkommen in seinem Mustergarten; im Rahmen von "Linkenheim blüht". Gut, einem Städter, der eigentlich lieber in der WG geblieben wäre, ist so ein Reihenendhäuschen mit erforderlicher Gartengestaltung, ein schwerwiegendes Projekt. Noch dazu eine hochschwangere Frau im Haus und eine höchst fresslustige Nacktschnecke (Angela!) treiben einen Mann der Apple- Generation schon zur Verzweiflung. Da lässt sich der rappende Angriff des Bärenklaus noch einigermaßen ertragen. Aber auch das Umfeld raubt dem Gärtner in Spe die letzte Schöpfungskraft. Sei es der CSU - Abgeordnete, der ihn die Solaranlage madig macht (wer weißt denn wie lange die noch scheint und ob da nicht auch eine Stromrechnung kommt), oder der missmutige Nachbar (Beruf Kritiker), der über die Rinder- und Schweinekrematorien (Grills) seiner Mitmenschen ablästert. Er ist halt Vegetarier aus Überzeugung; er hasst Pflanzen!

Auch die schönen Seiten des Sex im Alter wurde von Pfeffermann brillant erklärt; es gibt halt mehr zu Entdecken und das kann man dann auf "Knitter" (Twitter für Senioren) prima teilen.

Eine treffendes Bühnenbild, schnell gewechselte Verkleidungen und eine Präsenz der Figuren machten den Abend zum Hochgenuss. Die Beschreibungen der Situationen (Reihenhausgärtner, werdender Vater; WG-Träumer Bärenklau und Nacktschnecke) trafen so exakt und fesselten das aufmerksame und aktiv mitmachende Publikum. Es wurde viel gelacht, auch wenn beispielsweise die Übersetzung einen Göbbelsrede ins neue, süßliche "Freundlichdeutsch" doch bewusst machte, wie heute gerne mit Worten verkleistert wird. Fazit: Ein rundum gelungener Kabarettabend mit einem bestens aufgelegtem Björn Pfeffermann und perfekter Organisation in der hochgemütlichen Atmosphäre der Zehntscheuer.

rg

inka_m Freitag, 02. Februar 2018
Inka Meyer:
KILL ME, KATE!
Die gezähmte Widerspenstige


Diese Frage und auch der Hinweis auf das Leiden der Desdemona brachte das Publikum in der ausverkauften Zehnscheuer ins (heitere) Grübeln.

Die gelernte Schauspielerin Inka Meyer bohrte heiter und sehr flott in den Fragen der Weiblichkeit und des Machogehabe herum. Der Gedanke Pumps mit roter Sohle als Pavianhintern der Weiblichkeit zu bezeichnen, oder Barbiepuppen als Blondinenwitz aus Plastik zu titulieren, zeigt schon mit welchem messerscharfen Gespür die freundliche, junge Dame auf der Bühne des Heimathauses aufs lauschende Publikum einwirkte. Besonders Gefallen haben auch die höchst amüsant vorgetragen Szenen aus den klassischen Shakespeare – Stücken; was den chauvinistischen Geist dieser Zeit verdeutlichte.

Als Leiterin verschiedener Theaterworkshops hat Sie auch einen schönen Maildialog zweier Elterngruppen mitgebracht, die sich ernsthaft über die Versperkiste für ihre Sprösslinge beim Theaterspielen stritten (Aldi oder Bio). Und am Schluss gingen alle irgendwie feministisch überzeugt und gut unterhalten nach Hause. Übrigens, der Einsatz von Mainzelmädchen wurde vor ca. 50 Jahren vom ZDF Intendanten abgelehnt; „mit Mädchen würde es zu kompliziert“. rg

Warum es keine Mainzelmädchen gibt - diese Frage und auch der Hinweis auf das Leiden der Desdemona brachte das Publikum in der ausverkauften Zehnscheuer ins (heitere) Grübeln.....

Freitag, 17. November 2017
Link Michel:
Schwäbische Schwertgosch, Comedy der heimatlichen Art.



Letzten Freitag in der vollbesetzten Zehntscheuer. Michel Link, ein schwäbischer Comedy-Künstler mit Migrationshintergrund (seine Mutter ist aus Hamburg) ist als schwäbische Schwertgosch zu Gast gewesen. Er brachte das Publikum schon direkt am Anfang mit der spannenden Geschichte über seinen Erwerb des Seepferdchenabzeichens zu heftigen Lachschüben. Als Mann mit 4 weiblichen Familienangehörigen erlebt er täglich, wie die häusliche Demokratie zur Farce wird. Aber auch weltumspannende Themen wie z.B. die starke Sonnenaffinität der Engländer, die Sinnsuche der Männer ab 50 (selbstradelnde Wurstpellen), oder die Weisheit, das dumm sein eigentlich nur Pech beim Denken ist, wurden uns plastisch kredenzt.

Der Linkmichel beschreibt mit großer Wortwahl und toller Körpersprache Elternabende, deren Teilnehmer oft mit negativem IQ kämpfen und auch die Nordlichter, die unbedingt Heu mähen wollen. Der Nachbarschaftsdisput um den zu früh bestückten Altglascontainer eskaliert dann so traumhaft, dass es das Publikum fast ins „Lachkoma“ treibt.

Die Töchter, die gerade mal wieder umziehen, erfordern den Vater mit einem Waschmaschinentransport in den 4ten Stock (ohne Aufzug); da fühlt man mit, auch wenn‘s noch so humorvoll beschrieben wird.

Zwischenmenschliches zeigte sich dann auch in der Szene, worin die die ja in Kürze wieder ausbrechende Krankheit der vorweihnachtlichen „Dekomanie“ (extensives Dekorieren des heimatlichen Umfeldes) geschildert wurde. Dabei kam die männliche Freude an der Erfindung der Flachbildschirme wunderbar raus; man kann auf den Dingern nämlich nix dekorieren.

Der Mann kann seine Zuschauer fesseln; ohne besondere Bühnenshow, aber mit der gewaltigen Kraft seine Worte und Gesten. Ein Abend, der die Lebensfreude durch viel entspanntes Lachen wunderbar vergrößerte. Dazu tragen ja auch immer das besondere Ambiente des Hauses und der prima Service (u.a. Schmalzbrote) bei.

Freitag, 20.10.2017
Roundabout: Beatles go fingerpicking



Heimelige Atmosphäre in der Zehntscheuer; die Spots gehen an; fünf Gitarren, ein wenig Technik und dann kommen Uwe Zeeb und Christian Settelmeyer (roundabout) ganz leger auf die Bühne. Und schon verzaubert „norwegian wood“ das Publikum. Mit „the night before“ und „we can work it out“ geht es auf die Konzertreise durch das Werk der Beatles. Aber nicht als viel gehörte Coverversionen, sondern virtuos arrangiert und mit besonderer Spieltechnik präsentiert, sodass man erst nach einigen Akkorden denkt: „Das ist doch….!“ Dazu einige Anekdoten zu der Entstehung der Songs, die dem doch altersmäßig sehr gemischten Publikum die Glanzzeit der Pilzköpfe und deren musikalisches Können vor Augen und Ohren führte. Viele bekannte Song, neugestaltetet, gab es zu hören.

Ein besonderes Highlight ist auch die akustische Erklärung der Spieltechnik „Finger Picking“ am Beispiel von „Hänschen klein“. Höchst amüsant! Gemeint ist eine besondere Spieltechnik, die mit der Anschlaghand auf der Gitarre ausgeführt wird und mit der man unglaublich viel Dynamik und Dichte ins Gitarrenspiel bringen kann.

Mit „Fool on the hill“ führten uns die Beiden in die „Magical Mystery Tour“ Zeit; fetziger Einsatz des Basses bei „Lady Madonna“, aber auch wenig gespielte Beatles Songs, wie „Getting Better“ oder „You’ve got to hide your love away“ wurden durch die schmeichelnde Gesangsstimme von Christian Settelmeyer sehr intensiv dargebracht und vom Publikum in der ausverkauften Zehntscheuer mit viel Applaus honoriert. Am Ende wurde sogar bei „Nowhere man“ leise mitgesungen. Roundabouts Präsentation von „Beatles konzertant“ war ein Wiederhören von Bekanntem und Neuentdecken von bisher ungeahnten Feinheiten in den Liedern der Beatles.

Freitag, 19.05.2017
Roland Maier in der Zehntscheuer:
Von Nasendildos und der Erschaffung der Welt


Das war wieder ein extrem lustiger Abend in der Zehntscheuer. Vor ausverkauftem Haus erklärte uns der Kabarettist Roland Maier die Welt. So logisch, so abstrus, dass die Lachtränen ausbrachen.

Der Mann ist Wirtschaftsingenieur mit 30 Jahre Kleinkunst- und Kabaretterfahrung. Da kommen dann so Fragen auf wie: „Wenn man viel Fleisch ist stößt man viel Co2 aus; wenn man aber nur Fencheltee trinkt, darf man auf der Autobahn schneller fahren? Und nach dem Genuss von Hülsenfrüchten gibt’s aber dann zwei Tage Fahrverbot?“

Der Nasendildo ist eine wundersame Haarschneidemaschine; nützlich, da im Alter ja die Haare nach innen wachsen und an der Nase leider rauskommen. Ach ja, so Roland Maier, der Mensch ist halt immer noch ein Affe; den aufrechten Gang hat er nur, weil er sich dann größer vorkommt.

Aber auch hochwissenschaftliche Themen wurden vom Künstler so eingesetzt, das alles verstanden wurde, wenn man sich vor der nächsten Pointe vom Lachflash erholt hatte. Der Zusammenhang von den verschwundenen Socken und Relativitätstheorie. Die Socken sind im Raum-Zeit-Kontinuum verschwunden. Das ist ein simpler, umgangssprachlicher Ausdruck für den gesamten Zusammenhang aller in der Vergangenheit passierten, jetzt gerade in diesem Augenblick passierenden, sowie zukünftig passierender Ereignisse in einem gesamtheitlichen Gesamtzusammenhang. Klar? Aber auch die albernsten Menschheitsfragen erhielten urkomische Antworte. Beispielsweise: „Männer müssen nicht gut riechen; sonst wären sie ja nicht der Homo Sapiens, sondern ein Homo-Sabinchen“.

Ein lachmäßiger Höhepunkt war auch die akribisch beschriebene Schilderung einer Prostatauntersuchung; vor allem die Frauen im Publikum waren über das „Leiden“ der Männer höchst amüsiert.

Nach der Betrachtung der Rolle der verschiedenen Gottheiten bei der Erschaffung des Universums, sah das Publikum ein, das hier ein Anderer zuständig war: der Herr Nichts! Wie dann die Welt aus einem geplatzten Beutel eines Alkotesters entstand, soll hier nicht nacherzählt werden. Das haben SIE dann leider verpasst.

Ein rundum gelungener Kabarettabend mit einem Künstler in Bestform (trotz einer Platzwunde vom Tischtennisspielen (?) Auch der Rundumservice des ehrenamtlichen Heimathaus - Teams mit Schmalzbroten, guten Getränken und bester Organisation, stellte das Publikum sehr zufrieden, wie die vielen freundlichen Einträge im Gästebuch belegen.

Freitag, 28.04.2017
Tino Berlin:
Als Badener ohne Geld durch Laos oder Schwaben


Es gibt schon Ideen, die können ungeahnte Folgen haben. Eine Reisebuchidee „Ohne Geld durch Laos“ wurde aus „Kostengründen“ (unter heiteren Umständen) zu dem „Schwabenprojekt“. Nun erwartete das bestens gestimmte Zehntscheuerpublikum letzten Freitag bestimmt eine Science Fiktion Geschichte; denn ohne Geld durchs als geizig verschriene Schwaben, und dann noch als Badener; kaum vorstellbar.

Der Autor Tino Berlin und sein Kumpel erlebten dann auch Abenteuerliches. Wir hörten aber auch wirklich Erstaunliches über unser Nachbarvolk. So sind z.B. die Ravensburger die Badener Schwabens, denn sie kämpften bei der Revolution 1848 mit den Badenern. Es scheint eigentlich keine Schwaben zu geben; selbst die Sigmaringer behaupten ja Hohenzollern zu sein. Und Bad Wimpfen? War bis 1945 hessisch und hält sich für kurpfälzisch.

Waren die Schwaben doch eine Erfindung von Wolfgang Thierse? Den beiden Abenteurern geschah auf ihrer Experimentaltour viel unerwartet Freundliches. Mal konnten Sie im Schaufenster eines Möbelhauses nächtigen; mal war der Schlafplatz ein Sternehotel, weil der Hotelbesitzer ihre Idee so Klasse fand.

Auf allen Stationen hissten Sie die badische Flagge (Fotobeweis); sogar Ministerpräsident Kretschmann fand die Idee gut; so kann man dann auch sehen, wie ein CDU und ein Grüner Landtagsabgeordneter vor dem Stuttgarter Landtagsgebäude, höchst friedlich, unser badisches Landeswappen hochhalten.

Sogar als Anhalter mit ausgebreiteter, badischen Fahne wurde die zwei Schriftsteller Richtung Ulm mitgenommen. Die Einladung zu einem steinzeitlichen Essen (erst Faustkeil erstellen und dann Speisen) war dann auch nötig, denn nicht immer klappte alles; es gab Hunger und schlechte Schlafplätze. Aber der Mensch verdrängt ja gerne unerfreuliche Erlebnisse.

Das war wieder ein gelungener Abend in der Zehntscheuer; spannende Geschichten, Humor und ein bisschen Bildung; das macht gute Unterhaltung aus.

rg

Freitag, 31.03.2017
Franziska Wanninger

Wie beschreibt man so einen gelungenen Kabarettabend um die Dagewesenen an eine tolle Vorstellung zu erinnern und den Weggebliebenen Appetit auf die Nutzung des Kulturprogramms zu machen?

Am besten erzähle wir die Geschichte, mit der uns die Kabarettistin Franziska Wanninger durch den Abend führte. Ein Vorstellungstermin für ein Arrangement als Unterhaltungseinlage auf einem Kreuzfahrschiff erfordert eine Probevorstellung. Das Heimathaus Publikum sei dafür genau das Richtige. Dazu treten noch wunderbare Figuren in Form von ausbeutendem Manager und ihre reiche Erbtante Elfriede (auch Ausbeuterin) auf. In etwas entschärftem Bayrisch schilderte uns Frau Wanninger auch Ihre Erlebnisse auf kleinen Bühnen; aber auch Situationen aus ihrer Buchhändler- und Lehrervergangenheit. „Schüler erreiche man heute eh nur noch, wenn man Ihnen minütlich eine SMS schicke, oder gleich eine WhatsApp-Gruppe eröffne“.

Tante Elfriede ist natürlich ein Biest, die Franziskas Umstieg von den sicheren Jobs in die Kabarettszene durch Anspruchsdenken boykottiert. Um sich den Sperrmüll zu ersparen verschenkt sie das Gerümpel, um es Jahre später als geliehen zurückzufordern (Tupperware in Bananenform z.B.) Aber auch die Mitnahme zum Spanienurlaub erweist sich als chaotisch, da Elfriede auf „Wurschtsalat“ besteht. Natürlich bekam die Münchner Schickeria („…ich habe so eine empfindliche Haut; ich krieg schon vom Warmduschen einen Sonnenbrand“) mit Joga Kult und Schamanenlehrgang eine gehörige Portion Spott ab.

Aber auch die Gesangseinlagen (ein klasse Rap „Ahoi“) mit geschliffenen, lustigen Texten brachte richtige „Applausberge“. Die Geschichte eines Bürgermeisters a.D. der sich mit Thermomix Partys befasst („ ..wer die Frauen bei Kochparties versteht, weiß wie die Wähler ticken...“) wurde mit toller Mimik und lustiger Einfühlsamkeit dargebracht; das Publikum amüsierte sich.

Ein Interview mit Florian Silbereisen und was so besondere Provinzplätter daraus machen (Hundefriseur!), sowie auch die These, dass Joggen die Cellulitis vermehre wurde so anschaulich, witzig und unterhaltsam gebracht, dass nach der Vorstellung (viele extrem spaßige Zugaben) ein lachendes Publikum die ausverkaufte Zehntscheuer verließ. Franziska Wanninger is guad, und guad is guad gnua.

Hören Sie mal rein:


Freitag, 17.03.2017
Volkmar Staub

Man muss schon lange im Kabarettgeschäft sein und die Welt präzise beobachten um sogar die kritischen Punkte eines Handelsabkommens in ein Mitsinglied zu verwandeln (CETA). Vielseitigkeit bewies Staub auch durch den Vortrag eines hochaktuellen Märchens (Sultan Aladin und die Wunderschlampe), worin die türkisch-deutschen Probleme auf den Punkt gebracht wurden. Und die Pro-Demonstranten für die Diktaturverbesserung in der Türkei kommen ihm vor, wie Freilandhühner, die für die Käfighaltung protestieren. Da passte dann der modifizierte Stoppok – Song „Dumpfbacke“ prima zum Thema, was dann auch das engagierte Zehntscheuerpublikum zum mitrocken animierte.

Volkmar Staub gab auch biographisches Preis; als Jahrgang 1952 wurde sein Lebenswerg von der RAF und der Rotweinfraktion geprägt. Da regt man sich schon mal heftig auf, wenn Europa gefährdet wird durch populistische Fisteln (Le Pen, Petry und Co.).

Spitzenklasse die „Wilfried Kretschmann“ Nummer, worin die Politikart unseres Landesvaters brillant dargestellt wurde. Dessen Diktion - Ziehen der Silben- würde sogar die verlorenen Umlaute seines Vorgängers Oettinger wieder zum Vorschein bringen.

Als nach der Pause Staub als Winnetou mit nacktem Oberkörper die Bühne betrat, ging schon ein heftiges Raunen durch die Zuschauergemeinde. Der Häuptling las dann seinen roten Brüdern von der SPD die Leviten; wobei auch der neue EU Krieger „Martin“ aus Würselen als Sam Hawkins der SPD recht präzise beschrieben wurde.

Nachdenkliches dann im Lied zum Bundespresseball; da wurde es sehr nachhaltig. Ein schönes Zwiegespräch der zwei lebenden Päpste schilderte deutlich und sehr witzig / ironisch die Diskrepanzen zwischen den konservativen Strömen der katholischen Kirche.

Zurück zur eigenen Biographie. Die Unterschiede der damaligen Beatles vs. Stones Fraktionen erinnerten die entsprechenden Jahrgänge der Zuhörer (und dass waren die meisten) daran, das die hübscheren Mädchen eher bei den Anhängern von Lennon / McCartney zu finden waren.

Fazit: Ein hoch politischer Kabarettabend mit starkem Humor- und Satire Faktor. Halt was Besonderes, passend zum Stil des Heimathauses.

Hören Sie mal rein:

Freitag, 03.02.2017
Rott 7:
„Joan Baez - Abend“


Unsere heimatliche Boygroup „Rott 7“ ist wirklich vielseitig. Man kennt sie u.a. beim KuGeL – Advent als Stimmungsband und bei vielen Partyveranstaltungen. Aber ein Konzert mit Tiefgang, Information und Gefühl war doch letzten Freitag in der Zehntscheuer eine tolle Überraschung. Zum 75sten Geburtstag von Joan Baez und Bob Dylan haben die „Jungs“ ein besonderes Programm zusammengestellt.

Über „Blowing in the wind“ zu „We shall overcome“ und noch viele Songs der Flowerpower Zeit erlebte das Zehntscheuerpublikum einen Song-Parcours der 68er Jahre.

Zwischendrin trug Gisela Hansen mit geschliffenen, sehr verständlichen Schilderungen und Anekdoten ergänzende Informationen zu den beiden Künstlern vor. Die passenden Songs spielten die „Jungs“ dann in ganz besonderen „anderen“ Interpretationen (mit Unterstützung des „Heimathauschors“) ein.

Die besonders fein arrangierten Lieder, z.B. Amazing Race als Blues, klangen so, wie es Robert Zimmermann (alias Bob Dylan) auch gespielt haben könnte. Besinnliches und auch ein bisschen betroffenes Publikum dann bei den Songs der Friedensbewegung (Universal Soldier / Es ist an der Zeit / Sag mir wo die Blumen sind).

Das Dylan und Baez ein Liebespaar waren und Joan von Martin Luther King als Engel bezeichnet wurde, waren so kleine Anmerkungen, die diese Veranstaltung zu einem „runden“ Konzerthighlight machten. Die 4 gestandenen Musiker spielten die Songs mit viel Gefühl; man merkte die Liebe zu dieser Musik und spürten das Herzblut. In der Zugabe brachte die Band es fertig, den Song „Champs-Élysées“ (nicht von Dylan) als Zehntscheuersong umzustricken, was natürlich weitere Zugaben erforderte.

Dank an Martin Auerbach, Ralf Friedmann, Martin Hehl und natürlich Roger Seitz für ein toll zusammengestelltes und wunderbar gespieltes Konzert. Es war wieder ein gelungener „Kulturabend“ in der ausverkauften Zehntscheuer.

Huub Dutch Duo:
Max & Moritz got the Blues!


Zum Faschingsstart gab’s wieder etwas für LiHo völlig Neues. Ein Duo von zwei gestandenen Jazzmusikern, die in der bestens gefüllten Zehntscheuer die Streiche der beiden Lausbuben so realistisch darbrachten, dass schon nach kurzer Zeit das Publikum fröhlich mitsang.

Langsame Steigerung zu Beginn mit Jazz Hits von Paolo Conte mündeten dann schnell in einem huldvollen Lied über einen Zementmixer. Gespielt wurde vom Holländer Huub (Hüb) Dutch dazu als Bass ein Speiskübel mit Besenstiel und Wäscheleine; also ein „Wäscheleinophon“. Am Piano zauberte „Herr Oettinger aus Baden-Württemberg“ (der heißt wirklich so!) die Klangatmosphäre für die Bubenstreiche

Man spürte und sah den Schmerz der Witwe Bolte beim Anblick ihrer erhängten Hühner; so vollendet war dazu die Musik und Mimik des Duos. Beim dritten Streich machte auch das ganze Publikum das „Ritzeratze“ der Säge spürbar. Das böse Tun mit Lehrer Lämpels Pfeife wurde grandios von Udo Lindenberg (Hüb) interpretiert und endete mit einem ordentlichen Rums, was die historische Zehntscheuer richtig erzittern ließ. Natürlich wurden die bekannten Reime mit Inbrunst vom Publikum mitgesungen

. Das tragische Ende der Schlingel wurde mit viel humorigem „Ohhs und Ahs“ aufgenommen und mit den vom Duo an die Zuschauer verteilten Rumba-Rasseln musikalisch zum Höhepunkt gebracht

Erneute Befürchtungen um den Erhalt des Heimathauses kam mit der „trampeltechnisch“ untermalten Forderung nach der Zugabe auf: Der Boden bebte. Als in der Zugabe noch die Trichter-Schlauch-Trompete (holländische Vuvuzela) zum perfekten Einsatz kam war allen klar: Das war ein gelungener und lustiger Abend mit freudigem „Mitgesinge“.

Jörg Kräuter:
Psyco Badisch


Der König von Baden war zu Besuch in unserer Gemeinde. Er kam um uns das „Psycho Badische“ zu erklären. Im Klartext: Der Kleinkünstler Jörg Kräuter alias „König von Baden“ trat in der Zehntscheuer vor einem begeisterten Publikum auf. Wir lernten die Feinheiten unserer badischen Art und den Unterschied zu den Ausländern (Schwaben z.B.) kennen. Der Bogen wurde an den vier Jahreszeiten (Vivaldi lässt grüßen) entlang gedrechselt und mit brillant formulierten Beobachtungen lebendig und wiedererkennbar präsentiert.

Das keine Briefkasteneinweihung ohne den Segen einer Weinkönigin, oder zumindest einer Zwetschgenkönigin stattfindet, wurde uns wieder bewusst. Aber auch das Zwischenmenschliche (Patchworkfamilie) kann Kräuter wunderbar in Verbindung mit der badischen Gemütsart erklären. So ist der Badener von Haus aus kein Laubbläser, sondern ein Laubsaugertyp. Jedes Blatt wird sauber gelocht und abgeheftet. Das Saugen liegt uns halt, erst Muttermilch, dann Kakao, Cola und dann Glühwein. Oder halt auch mal ausländische Weine; Südafrika, Spanien oder aus dem Remstal. Da kommt ja der Trollinger her; und der wird ja im Württembergischen gern als Beruhigungsmittel eingenommen.

Und dann kommt es in der gemütlichen, winterlichen Stube zu verstärktem ehelichen Tätigkeiten, die sich dann selbst von einem explodieren Kachelofen nicht irritieren lassen. Das alles wurde so malerisch geschildert, das viele im Publikum mit den Lachtränen kämpften.

Kräuter wies auch darauf hin, das im Sommer die Schwaben unsere Baggerseen verstopfen. Aber das ist hinzunehmen, da ja viele von denen bei der Bärlauchsuche in unseren Auwäldern verenden, weil sie wieder statt Bärlauch die Maiglöckle gepflückt haben. Getreu dem Spruch: „Maiglöckle im Herbscht; do sterbscht!“.

Auch wissen wir nun, warum hier so gern gesungen wird; es liegt an der für Süddeutschland typischen Jodunterversorgung und am Nitrat. Der Kehlkopf wird dadurch locker und entspannt; so entspannt, das von 10 Badenern acht falsch singen. Es war total lehrreich und saumäßig „luschtig“, was uns der badische König so mit Gitarre und feinzisillierter Heimatsprache erklärte. Und die gemütliche Atmosphäre in der Zehntscheuer mit den Leckereien machten den Abend zu einem Genuss der besonderen, badischen Art.

Armin Töpel:
Nur für kurze Zeit


Der Typ ist so heimelig wie einst Hanni & Nanni - so beschreiben andere den Kabarettisten und Musiker Arnim Töpel.

Das war aber auch heimelig, letzten Freitag in der vollbesetzten Zehntscheuer: Der Walldorfer Töpel nahm das Publikum mit in eine sehr unterhaltsame, lustige und manchmal auch nachdenkliche, kurpfälzische Welt. Wir lernten das Männerwelt eine Singlewelt ist und uns babisch Gutzle ja eigentlich wurschtegal sein können. Der badische Kommissar Günder (Der Tchief) kämpfte mit einem nicht kurpfälzisch verstehenden Smartphone was auch die Begriffe „dange“ und tanken / „donge“ nicht verarbeiten konnte. Klar das der logische Schluss die Forderung nach einem Navi war, welches sich an den Sprachgrenzen automatisch auf den örtlichen Dialekt umstellt.

Überhaupt Sprache; das ist Arnim Töpels Ding. Der Mann kommt vom Radio und kann dem Zuhörer ganze Welten, Schicksale und Gefühle mit der Kraft der Worte plastisch schildern.

Die in den Texten eingebauten Lieder (Zweisprachig -Hochdeutsch und Badisch), gespielt mit Piano, riesigem Bass (mit einem Handschuh) und Gesichtsklopfrhythmus (das geht wirklich) spannten einen Bogen vom Liebeslied zum badischen Sehnsuchtssong; und alles mit Melodien, die man schon seit den 70er und 80er Jahren im Ohr hat.

Das Programm hieß „Nur für kurze Zeit / alles geloffe“, und den Zuschauern in der gemütlichen Zehntscheuer war die Zeit nach über zwei Stunden Programm und reichlich Zugaben immer noch zu kurz. Aber beim nach Hause gehen dachte bestimmt jeder: “Alles geloffe, ala guuut“. Denn alles ist ja nur für „kurze Zeit“.

13. Mai 2016
Dieter Huthmacher:
Lachfalten


An einem Tag wie Freitag den 13. und einer vollbesetzten Zehntscheuer hat unser Verein kein Grund (Sorgen) Falten zu bekommen. Doch stattdessen hat uns Dieter Huthmacher, Mundart - Musiker und Kabarettist, kräftige Lachfalten besorgt. Sein Auftritt spannte einen Bogen über den richtigen Ansatz, dass "hinter einem starken Mann immer auch eine starke Frau steht" bis zum Volkslied in wirklich sehr moderner Tatortform ("Ade zur guten Nacht"). Und das Publikum sang sogar richtig und hörbar, mit.

Nachdenkliches über die besondere Dialogfähigkeit von uns Badener (und Assimilierte) und die Fähigkeit von Reportern aus dünnsten Fußballerinterviews noch intellektuelle Ansagen extrahieren zu können, ergänzten die heimatnahen Musikstücke wirkungsvoll.

Aber auch ernste Gedanken hatten ihren guten Platz in Huthmachers Programm. Das Thema Flucht ging er so ergreifend an ("was würd ich tun wenn ich das wär"), dass das Publikum nach einer Besinnungspause besonders intensiv applaudierte. Badische Pechvögel (de' Bächle) rührten zu mitleidigen Lachtränen und die wunderbare Darstellung von Politikergeschwurbel überzeugte alle von den tollen Fähigkeiten des Dieter Huthmacher. Till Eulenspiegel steckt in ihm drin. Alle begeisterten Zuhörer (vier Zugaben) haben sich sicherlich in einer Figur aus Huthmachers Repertoire schmunzelnd wiedergefunden.

D`Onne und D´Ingrid
„Allerlei Hausgemachtes“ mit Anne Sessler und Ingrid Heiler


Es wurde mal Zeit, dass wir "professionelle Reinigungskräfte" in die Zehntscheuer bekamen. D'onne und ihre Partnerin d'Ingrid zeigten dann allerdings viel Lustiges über die Innenwelt "pfälzerische" und "wissedälerische" "Butzedamen". Einblicke in die Gemeindeverwaltung und der soziale Aufstieg durchs "Butze" im Gymnasium waren, neben den Sprachfallen im Zusammenspiel von pfälzischem und badischem Dialekt amüsante Höhepunkte.

Der Übergang zur Rolle der Oma und der Gedel (Patentante) gelang bestens; wir lernten die Überlegung kennen, den noch ungeborenen Enkel doch vielleicht schon für 2027 zum Gymnasium anzumelden. Auch die Gefahr der Benutzung eines Mobs (man erinnert sich = Reinigungsgerät) wurde dann verstanden, denn Mobbing ist ja verboten. Der fachfrauliche Umbau eines Kinderwagens zu einem Komforteinkaufswagen (inkl. Tipps zur Reifenpflege) wird vielleicht einigen Zuschauern echte Lebenshilfe gegeben haben. Sehr seniorengerecht auch die einfache Möglichkeit den Schneidersitz beim Yoga ohne Anstrengung zu erreichen; ein toller Tipp. Dazu auch die klare Empfehlung, das "Butze" das beste Body-Training sei. Anne Sessler (D'Onne) und ihr Widerpart Ingrid Heiler (D'Ingrid) servierten mit origineller musikalischer Untermalung von Felix Gärtner ein unterhaltsames Mundartprogramm.

Weihnachten mit Opa Franz - Opa Franz im Stress

Am Mittwoch, den 9.12.2015 machten sich Schüler aus LiHo auf zur Zehntscheuer. Dort hat der Verein "Heimathaus - Zehntscheuer" mit Unterstützung der Mitarbeiter des Kulturkalenders, (zum Abschluss der Spielausstellung) das Puppentheater Marotte eingeladen. Es wurde das Theaterstück „Weihnachten bei Opa Franz“ in den wunderschönen und gemütlichen Räumlichkeiten der Zehntscheuer gezeigt.

Faszinierend lauschten alle Kinder dem Spiel von Thomas Hänsel vom MarotteFigurentheater. Weihnachten ist für Große und Kleine die schönste Zeit des Jahres; und es gibt viel "Geschäft". Auch bei Opa Franz gibt es einiges zu tun. Der Hof muss gefegt, ein Weihnachtsbaum besorgt und Enkel Kalle vom Bahnhof abgeholt werden. Also das "volle Weihnachtsprogramm". Marotte Figuren sind sehr charakteristisch; die Geschichte lebendig und witzig, doch immer sehr „menschlich“ erzählt. Mit dem virtuos eingesetzten, traditionellen Genre des Puppenspiels wird kindliche Theaterlust geweckt und gefördert.

Das Ende des Stückes holte die Kinder wieder sanft in die reale Welt. Und die wenigen Erwachsenen, die dabei sein durften, gingen dann auch etwas verträumt mit ihnen in die Weihnachtszeit.

Gunzi Heil solo

Das war ein höchst vergnüglicher Abend, letzten Freitag. Gunzi Heil mit seinem Soloprogramm in der Mal wieder ausverkauften Zehntscheuer, zeigte uns, wie Musikkabarett begeistern kann.

Es begann schon damit, dass beim Einlass bereits alle Plätze besetzt waren; und zwar mit Kuscheltieren! So musste jeder Zuschauer sich mit seinem Sitzpartner anfreunden.

Gunzi Heil legte dann mit auf LiHo bezogenen Liedern los. Darin kam die Architektur der Zehntscheuer ebenso vor, wie Besonderheiten aus dem Ortsgeschehen (z.B. Steinaxtfunde in Linkenheim und Hochstetten; wer war eigentlich Sieger in dem Kampf?).

Es folgten u.a. die tragischen Erlebnisse eines Paketes Hackfleisch vor der Kasse im Supermarkt; die Wahrheit über die aktuelle Warnung vor "rotem Fleisch" (Rache der Geflügelindustrie) und auch als besondere Zugabe, die Folgen von Autofahren, Alkohol mit Fleischsalat.

Nach dem Ruf "Stofftier zu mir!" wurde die Bühne zu einem Kuscheltiermeer; mittendrin ein Künstler, der nach drei Zugaben ein total begeistertes Publikum nach Haus entließ.

Die gute Zusammenarbeit von Gemeindeverwaltung und dem Verein HeimathausZehntscheur e.V. machte den Abend wieder zu einem Kulturhighlight in unserer Gemeinde.

Übrigens, wer dem Aufruf zur Mithilfe beim Abbau der Requisiten folgte, erlebte noch den ehemaligen und den neuen Bürgermeister gemeinsam in einer tragenden Rolle am Flügel (Transport).

Hören Sie mal rein:




Thomas Liebscher und Hans Meyer
Alderle!


Freitag, 27.2.2015
Martin Leibssle


Der Martin Leibssle (alias Eckhard Grauer) hat die volle Zehntscheuer richtig aufgemischt. Als Schwabe im Badischen fand er die richtigen Worte um alle (auch Badener) an seinen Beobachtungen und menschelnden Geschichten teilhaben zu lassen.
Karlsruher Spielgemeinde am 7. Februar 2015:
"Gefangen im Netz“


Erstmals gab es richtiges Theater in LiHo; und das in dem schönen Ambiente des Heimathauses Zehntscheuer. Am 7.02.2015 fand eine Theatervorstellung der Karlsruher Spielgemeinde statt. "Gefangen im Netz“ hieß das Stück. Es wirft einen schonungslosen Blick auf den Pflegenotstand in einem Altenheim – und verfolgt den einsamen Kampf einer Frau gegen Missstände und Ungerechtigkeit. Es erzählt vom Mut, den es braucht, als "Whistleblowerin" an die Öffentlichkeit zu gehen. Und es erzählt wie man dann aus Frust und Depression sich im Netz von Computerspielen verliert und süchtig wird

Wunderbar dargestellt auch wurden auch die Folgen die die entmenschlichte Kommerzialisierung von Pflegediensten und der nur erzwungenen, profitorientierten Effektivitätssteigerung des Personals.

Die acht Schauspieler und eine Vielzahl von Requisiten zauberten auf der kleinen Bühne der Zehntscheuer viele Räume, Situationen und spannende Atmosphären. Dazu wurde zusätzlich von den zwei Musikerinnen auch ein akustischer Hintergrund geschaffen die den gut gefüllten Zuschauerraum komplett verzauberte. Zimmertheater vom Feinsten. Dank an die Karlsruher Spielgemeinde.

Freitag, 6. Februar 2015
Spitz und Stumpf
Die äänzich Artige


Seit 20 Jahren sind Bernhard Weller und Götz Valter als Kabarettduo „Spitz & Stumpf“ eine Marke in der Pfalz. Und nun auch in Linkenheim-Hochstetten! Mit dem Programm „Die äänzich Artige!“ trafen das Pfälzer Kabarett –Duo „Spitz und Stumpf“ mitten in das Sympathieherz des Publikums. Nicht genug bekommen kann man von der schauspielerischen Brillanz und den Interaktionen des Duos, die sich als Friedel und „Eicheen“ ungewollt immer wieder in die Tücken des Alltags verstricken.

Da bleibt kein Auge trocken und auch die Lachmuskeln hatten über 2 Stunden Hochbetrieb. Nach zwanzig Jahren haben die beiden Pfälzer Weingut-Humoristen keinerlei Firnis angesetzt – nein, sie sind von Programm zu Programm gereift und die neuen Abenteuer im Weingut sind auf „Auslese-Niveau“! Großartig, wie der Spannungsbogen beim Stück „Schrödingers Katze“, die laut physikalischer Anordnung sowohl tot als auch lebendig daherkommt und dem Eicheen zu einem ungewollten Großeinsatz der Polizei verhilft, über 15 Minuten gehalten wird.

Großartig auch die gesanglichen und tänzerischen Einlagen. Beim „Dudde-Subbe-Rap“ gab s daher kein Halten mehr .und das Publikum sang lautstark mit:- uff pfälzisch (!)…. wer hätt dees gedenkt!!!


Freitag, 30. Januar 2015
Graceland
Simon & Garfunkel Tribute Duo


Mit dem nötigen Respekt vor den großen Kompositionen und dem Anspruch an sich selbst, musikalisch hochwertige Interpretationen der Welthits von Simon & Garfunkel zu bieten: das ist das Simon & Garfunkel Tribute Duo „Graceland“ mit Thomas Wacker und Thorsten Gary, die mit ihren Gitarren und Stimmen am 30.1.2015 in der Zehntscheuer begeisterten.

Ganz gleich ob die Folkrocker Thomas Wacker und Thorsten Gary mit großem Feingefühl und virtuosem Gitarrenspiel „Bridge over Troubled Water“ servierten, ob sie das britische Volkslied „Scarborough Fair“ interpretierten oder mit „Old Friends“, „Cecilia“ und „El Condor Pasa“ aufwarteten - das Publikum war von der Vielfalt des Programms sowie der wunderbaren Klangfülle restlos angetan.

Es war ja wieder ein toller Abend in der Zehntscheuer. Im gemütlichen, ausverkauften Saal spielte das Duo in heimeliger Atmosphäre; Pausengetränke lagen in denbewährten Händen von Ute Frick und Ihrer Mannschaft von „tischleindeckdich“.

Und nach dem Konzert ging es zum Abschluss in den Heimathaus "Scheirerkeller". Die fleißigen Helfer vom neuen Verein „Heimathaus Zehntscheuer e.V. setzten dieses von Susan Kirchgäßner (Kulturorganisation-Gemeinde LiHo) eingefädelte Musikereignis professionell in Szene. Dank auch an alle ehrenamtlichen Helfern.


.....oder hören Sie mal rein:



Freitag, 12.12.2014:
Mundartdichterin Else Gorenflo

Mit der ersten Veranstaltung im Rahmen des Kulturkalenders waren die Veranstalter im Heimathaus Zehntscheuer mehr als zufrieden.

Otto Stieb konnte am vergangenen Freitag Abend eine große Anzahl von Gästen begrüßen, die in den Genuss von heiteren, nachdenklichen, bewegenden weihnachtlichen Gedichten und Erzählungen der Friedrichtaler Mundartautorin Else Gorenflo kamen. Dabei wurden Erinnerungen von der „guten alten Zeit“ wach, als bei einigen Familien das in Brautkleid ausstaffierte Christkindle und der durchaus bösartige Benzenickel seinen Besuch abstattete, zu Weihnachten stets die erste Wahl an Zuckerbrödle gegessen und der Rest mitsamt „da Brossalen“ an da Gaul verfüttert wurde und es schlimmer war, wenn die Kuh „net g´fressa“ hat, als wenn die Oma keinen Appetit hatte!

Else Goremflo trifft und beschreibt die Situationen in ihren Erzählungen so genau, dass bei vielen Besuchern zahlreiche Erinnerungen an ihre eigene Kindheit wach wurden. Zusammen mit ihrem Mann bereicherte sie das Programm mit weiteren Liedvorträgen, die sie selbst auf der Gitarre begleitete. Mit viel Humor und verschmitzer Ironie bescherte sie den Besuchern einen sehr stimmungsvollen Abend, für den das Ambiente in der Zehntscheuer wie geschaffen war. Die Freude der Vortragenden steckte an. Gerne ließ sich das Publikum zum Abschluss dazu einladen, das traditionelle Weihnachtslied „Alle Jahre wieder“ mitzusingen. Mit einem Strauß Blumen und einem heimatgeschichtlichen Kalender dankte Herr Stieb dem Ehepaar Gorenflo für den wirklich sehr gelungenen Abend.