Zehntscheuer

Die Hainbuche (Cárpinus bétulus)


Baum des Jahres 1996



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Die Hainbuche ist zwar ein Baum, der im Hain wächst, aber sie ist keine Buche. Denn sie gehört einer ganz anderen Familie an, den Birkengewächsen. Das erkennt man sofort an den Blättern. Die sind im Gegensatz zur Buche am Rand doppelt gesägt und fühlen sich älter, härter an.

Sie ist ein Baum, der sich aufgrund seines begrenzten Höhenwachstums (nur bis etwa 20 m) von Natur aus fast immer mit dem Bestandesschatten (vor allem unter der Rotbuche und der Eiche) zufrieden geben muß und keine eigenen Bestände gebildet hat oder bildet. Sie ist an dieses Dasein allerdings durch eine relativ hohe Schattentoleranz angepaßt.

Die Hainbuche war im letzten Jahrhundert noch häufiger in unseren Wäldern zu finden als heute. Sie ertrug die damals weitverbreitete „Mittelwaldwirtschaft“ wesentlich besser als die heute übliche Bewirtschaftungsform unserer Wälder. Schwierigkeiten hat die Hainbuche mit dem Wild und vor allem mit Mäusen. Beide schätzen diese Baumart sehr und können ihr erheblichen Schaden zufügen. Das Wild verbeißt die Zweige und Blätter, die Mäuse die Wurzeln. Die Knospen sind die Lieblingsspeise des Haselhuhns. Sie ist daher im Wald in besonderem Maße auf die Hilfe des Menschen angewiesen. Diese Hilfe hat sie verdient, denn sie ist ökologisch außerordentlich wertvoll. Ihre Streu ist sehr leicht zersetzlich und der Lieblingsfraß von Regenwürmern.

Die Hainbuche läßt ihre männlichen Blütenstände – Kätzchen – „nackt“ überwintern, d. h. gut sichtbar und nicht in Knospen versteckt. Die weiblichen dagegen erscheinen erst beim Austreiben aus den Knospen. Der Blütenaufbau zeigt die nahe Verwandtschaft zu Hasel, Birke und Erle, mit denen sie zusammen in eine „Familie“ gehört.

Die Frucht ist wie bei Ahorn, Esche und Ulme eine Flügelnuß. Gleich 3 Flügel auf einmal sorgen bei Wind für eine Verfrachtung als sog. Schraubenflügler durchaus bis zu einem Kilometer weit. Die Nüßchen hängen besonders hübsch angeordnet meist zu acht Paaren übereinander an den Zweigen und dienen einer Vielzahl von Vögeln und Nagetieren als Nahrung.

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Blüten der Hainbuche


Weiterführende Informationen gibt es bei der offiziellen Webseite der Stiftung Bäume des Jahres und natürlich bei Wikipedia


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