Das neue Anno Dazumal 10 ist da

Nach langjähriger Enthaltsamkeit ist es endlich wieder gelungen, ein Heft der Reihe "Anno Dazumal" in seiner ursprünglichen Aufmachung aufzulegen und zum Verkauf freizugeben. Zwei Vorträge, der eine 2008 im Bürgerhaus gehalten, der andere als Festvortrag zur Vorstellung des Ortsfamilienbuches Linkenheim, und dazu noch ein nicht gehaltener Vortrag über den neu entstandenen Ortskern in Hochstetten, dem "Weschbuggl", bilden den Hauptteil des vorliegenden Heftes. Dazu kommen noch kleinere Beiträge zu verschiedenen heimatgeschichtlichen Themen.

Da ist einmal die Vorgeschichte: Beim Bau eines Hauses wurden Scherben gefunden, die aus einem etwa 3.000 Jahre alten Urnengrab stammen. Das Gebiet auf der Halbterrasse zwischen dem Langen Berg und dem Hochufer des Rheins musste also in der frühen Bronzezeit besiedelt gewesen sein.

Die übrigen Beiträge sind allesamt neueren Datums. Die Sumpfzypresse beim Fischerheim des Anglervereins Hochstetten erinnert an den Ankauf der Insel Rott durch die Gemeinde Hochstetten. Wesen und Wirken der Gesangs- und Unterhaltungskapelle "The Silverstars" beschreibt ein Stück Kulturgeschichte in unserer Gemeinde. Dass der Arbeitstrupp der Zehntscheuer-Restaurierung inzwischen nicht die Hände in den Schoß legte, ist klar. Von 2015 bis 2017 wurde der in den Fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts entfernte Torbogen am Osteingang des Friedhofs in Linkenheim von den Mitgliedern des Heimatvereins Zehntscheuer in mühevoller Arbeit wieder aufgebaut. Schließlich entstand ein wunderschöner Beitrag zu den in unserer Gemeinde üblichen Hochzeitsbräuchen, wie sie während einer langen Periode im 20. Jahrhundert ausgeübt wurden. Heutzutage sind diese Bräuche vollständig verschwunden. Es wäre interessant zu wissen, wann zum letzten Mal ein Hochzeitszug durch die Dorfstraßen zur Kirche zog. Wer kann uns da helfen?

Ein besonderer Leckerbissen: Zwei dieser Beiträge wurden von Fritz Wagner in Hochstetter Mundart geschrieben!

Das Heft hat 102 Seiten und ist reich bebildert, meist farbig und kostet 10.- Euro.
Es ist im Bürgerbüro der Gemeinde und bei Schreibwaren Geigle, Karlsruher Str. 21, Li-Ho erhältlich.

Vorschau auf kommende Termine

30.11.18
Tourneetheater Stuttgart

Illusionen einer Ehe

01.02.19
Wolfgang Burger

Krimilesung

08.03.19
Andrea Limmer

Das Schweigen der Limmer

12.04.19
Duo Bellevue

Himbeereis und flotte Käfer

10.05.19
Martin Hermann

Keine Frau sucht Bauer

25.05.19
Martin Zingsheim

Kopfkino

Beginn jeweils 19 Uhr, wenn nicht anders angegeben. Alle Eintrittskarten sind bei Schreibwaren Geigle erhältlich! (auch als Geschenk eine prima Idee!)
Hinweis: Aus technischen Gründen ist beim Eintrittskartenkauf KEINE Kartenzahlung möglich

Jetzt erhältlich:


Ortsfamilienbuch Linkenheim

Nach mehr als sieben Jahren Arbeit haben Kurt Joß und Manfred Becker ein umfassendes Nachschlagewerk über die Linkenheimer Familien erstellt.

Auf über 1200 Seiten sind die Eintragungen der Kirchenbücher ab 1591 und der Standesamtsbücher ab 1870 ausgewertet und werden von der Gemeinde als Buch herausgegeben.

Herkunft, Verwandtschaften innerhalb des Ortes wie auch nach anderen Ortschaften, vor allem nach Hochstetten, können darin nachgeschlagen und zur Erstellung eines Stammbaumes verwendet werden.

Hier finden Sie eine Galerie mit Bildern von der Buchvorstellung

Das Buch hat 1270 Seiten und kostet 30,- Euro. Es ist im Bürgerbüro erhältlich.


Zehntscheuern in unseren Dörfern

Nur wenige sind im Landkreis noch erhalten. Sie sind Symbole für eine jahrhundertelange Abhängigkeit und Untertanenschaft der Bewohner. Die Zehntscheuer in Linkenheim wurde 1730 errichtet, 1809 erweitert und war bis 1837 in bestimmungsgemäßem Betrieb. Unter Großherzog Leopold wurde in diesem Jahr die Zehntpflicht abgelöst und die Zehntscheuer verlor ihre ursprüngliche Bedeutung. Sie war in der Folgezeit abwechselnd in Gemeinde- und Privatbesitz. Heute ist der ältere Teil, Karlsruher Straße 8, in Privatbesitz, der Erweiterungsteil, Karlsruher Straße 6, ist wieder im Besitz der Gemeinde Linkenheim-Hochstetten.

In Zusammenarbeit zwischen der Gemeindeverwaltung und dem Freundeskreis Heimatgeschichte Linkenheim-Hochstetten entand von 2005 bis 2012 ein "Haus der Gemeinde" = das Heimathaus Zehtscheuer.

Auch im Ortsteil Hochstetten gab es eine Zehntscheuer. Sie wurde 1777 erbaut und war bis 1840 in Betrieb. Danach wurde sie von der Gemeinde und der evangelischen Kirchengemeinde genutzt bis zu ihrem Abbruch im Jahr 1900. An der Stelle, wo die Zehntscheuer einst stand, befindet sich heute das Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde.

Manfred König